Die Gedanken sind frei

Fredi Liebgott

Fliegen Tauben, Vögel oder andere Objekte gehen bei einem Flugtaubenzüchter automatisch die Augen bzw. der Kopf nach oben.

 

 

Egal ob es Tauben, Vögel, (Krähen, Stare, Möwen, Schwalben, Mauersegler), Gänse, Flugzeuge, Hubschrauber, neuerdings Quadrocopter (Drohnen), und und sind. Jede Art hat ihren eigenen Flugstil. Für mich persönlich ist der Flugstil der Krähen am vielseitigsten und sehr, sehr interessant. Aber wie gesagt jede Art hat was!

 

 

Was die Taubenrassen angeht, geflogen habe ich schon viele, sehr viele Taubenrassen. Egal ob Birmingham Roller, Lausitzer Purzler, Dönek, Takla, Broder Purzler, Kelebek, Wammen, Wuta, Orientalische Roller, Andijan, Bakina, Brieftauben, Hamburger Flugkalotten und Wiener Hochflugtauben. In der Regel, ist man bei einem bestimmten Club Mitglied fliegt man 1, 3, 4, 6 oder 8 Tauben, außer bei den Brieftauben, Kalotten  und Wiener Hochflugtauben. Sind die Tauben recht bunt/ farbig………… sieht ein Stich oder Kit mit vielen….. sagen wir mal so ab 15 Stück doch aber ansprechender aus.

 

 

Vor Jahren hatte ich Lausitzer Purzler im 20-er Stich geflogen, ich kann sagen da waren meine Nachbarn sehr oft verblüfft aber auch fasziniert ….. egal ob sie viel, wenig oder fast gar nicht purzelten. Ein Bild vom aller Feinsten. Ich hatte (und habe wieder) vor Jahren Kelebek im 20-er und sogar im 30-er Stich geflogen, aber das ist eine ganze andere Liga. Manchmal getrennt in Farben, (Schwarz, Weiß, Schwarzschwanz usw.)  manchmal alles gemischt..

 

 

Zurzeit halte ich Wammen, Wuta, Dunek, Kelebek, Hamburger Flugkalotten und Wiener Hochflugtauben. Alles recht farbenfreudigen und sehr ansprechenden Rassen. Ich bin mir aber fast sicher, dass das noch lange nicht die letzten Rassen sind, die ich ausprobiert habe. Genauso geht es einem, wenn man mal Rassen hatte, die einem so richtig viele Glücksgefühle gebracht haben, gerade die….die in wenigen Minuten einem das Adrenalin hochschießen lassen.

 

 

Nach einem nur mal so als Beispiel……. ein stressiger Tag, plus ein…..zwei Überstunden…. den gibt es sicher ab und an mal……… dann heim und das Flugloch oder Schlagtür auf und ab die Post. Schon beim öffnen des Sputniks oder Tür wird man ruhiger und das Fieber-Thermometer sinkt Gute 2 – 3 Grad. Ahh welch ein Glücksgefühl, wenn sie dann noch recht schnell auf Höhe gehen.

 

 

Jetzt aber nur eine Rasse fliegen, ich glaube das könnte ich nicht. Lieber noch eine oder zwei dazu. Man sagt zwar je weniger Tauben, je weniger Arbeit, aber jeder lebt ja nach seinem Gutdünken! Es gibt so viele tolle Rassen, die ich noch gerne in meinem Leben ausprobieren möchte, ich hoffe nur gesundheitlich auf der Höhe zu bleiben. Genauso wie ich hoffe, dass das Rentengesetz in den nächsten Jahren noch verändert wird.

 

 

Obwohl, wenn wir noch einige Enkel oder Enkelinnen bekämen…. wären meine Frau und ich auch nicht böse, die gehen natürlich vor. . . . Obwohl; hat man das richtige Händchen und führt seine Enkel ganz behutsam an sein ganz besonderes Hobby heran, könnte der Apfel nicht weit vom Stamm oder Großvater stamm fallen, so ein altes Sprichwort!

 

 

Ab und an liest man in Kleintierzeitschriften, dass drei oder sogar vier Generationen an einem Strang ziehen, egal ob Hühner, Tauben, Kaninchen oder anderes Getier. . . . Glück bei den Familien bei denen es so ist. Denn zu hoffen ist, dass die kleinen Geheimnisse…. das ein mal eins der Tauben, Flugtauben, Kleintierzucht von Generation zu Generation mit Liebe und Geduld weiter vermittelt wird. Oft genug ist es sowieso sehr, sehr schade, dass sehr viele große Züchter ihre Geheimnisse mit ins Grab nehmen. Zum einen weil sie nicht wollen, dass andere…… ihre Geheimnisse erfahren und zum anderen liegt es daran, dass ihnen das über viele Jahre-ja sogar Jahrzehnte erworbene Erkenntnisse und Erfahrungen nicht liegt… es nieder zu schreiben.

 

 

Egal ob Fütterung, Haltung, Zucht, Inzucht, Auslese und Trainingsmethoden. Was das Futter angeht, da zeigen ganze Bände verschiedene Meinungen auf. Durch die heutigen Hilfsmittel, viele Labore beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Futteranalysen, egal für welche Tierarten. Ein Riesengeschäft an dem ja alle etwas verdienen wollen. Gerade die Zusatzprodukte da wird enorm viel verdient. Denn die Züchter die Deutscher oder Europa-Bundesmeister-oder Sieger wurden machen Werbung für bestimmte Hilfs-Mittel und viele andere derer die schlechter sind, denken wenn sie diese Mittel kaufen und ihren Tieren geben, dann erreichen auch sie diese Titel.

 

 

Oftmals kommt aber nur heiße Luft dabei heraus. Denn oft liegt der Hase wo anders begraben. In all den Jahren in denen ich schon Tauben habe, so 48 Jahre  konnte ich einige wenige Menschen, die mit Tauben wirklich Geld verdienen…….. kennenlernen. Das sind aber wirklich sehr, sehr wenige. Das heißt all die anderen Züchter legen doch alle samt drauf.

 

 

Eine gewisse Grundversorgung, das muss sein, aber  man sollte nicht alles was neu auf den Markt kommt ……….kaufen. NUR MEINE MEINUNG!  Was nützt einem, wenn man am Ende des Jahres der und der Meister wurde, deshalb bekommt man meistens auch nicht mehr Geld für Tauben die man abgibt, oder? Die meisten wenigen guten müssen ja froh sein, wenn sogenannte Lieferanten überhaupt mitmachen. Egal ob Brief, Rasse oder sonstige Rassen. Und Pokale, Urkunden oder Medaillen, alles recht und schön, für einen Anfänger vielleicht OK, aber selbst die wollen nach zwei, drei Jahren keine mehr haben.

 

Durch gewisse Umstände bin ich nicht mehr organisiert, das heißt ich lasse meine Tauben nur noch für mich………. für meinen Spaß fliegen. Und da es auf dieser Welt so viele tolle Flug-Rassen gibt werde ich in den nächsten Jahren immer wieder die Rassen wechseln oder erweitern. Also werde ich ab und an davon etwas berichten.

 

Fredi Liebgott

 

2018                           

 

 

 

Kelebek habe ich mir im Jahr 2008/09, als ich diesen Wunsch verspürte Kelebek zu wollen 8 Junge schicken lassen! Von einem Züchter,  den man nicht so oft in Ergebnislisten  liest, eigentlich gar nicht. Zum einen,  weil er weit und breit keinen Wertungsrichter in seiner  Nähe hat, zum anderen, weil er einer Bewertung seiner Kelebek keiner großen Bedeutung beimisst. Warum wohl, wäre eine gute Frage an den Züchter?  

 

Jeder Züchter hat über seine Tauben bzw. Flugstil oder besser gesagt Flugverhalten, seine eigene Vorstellung. Der eine hält seine Lieblinge nur so zu seinem eigenen  Spaß. Er züchtet mit dem was er hat, vielleicht irgend- wann mal auf einem Kleintier-Taubenmarkt billig erworben. Zunächst wusste er noch nicht einmal wie solche Tauben gehalten oder überhaupt geflogen werden.

 

Oft durch Zufall erst gesehen, was seine Lieblinge im Stande sind, wunderbares zu vollbringen/ leisten. Ist man nicht organisiert, bekommt  man ja nicht viel zum nachlesen. Gerade in Sachen Flugtauben-Literatur, ist es sehr schwer etwas über bestimmte oder außergewöhnliche Flugrassen etwas zu finden. Warum denn nicht? Weil die meisten Kunstflugtauben Rassen nicht in Deutschland entstanden sind. Obwohl es in Deutschland auch einige,  möchte sagen sogar viele Flugrassen gezüchtet werden, die es lohnt zu fördern, egal im Flug… wie in der Ausstellung!

 

 

Eingeführte, >Importierte< Rassen…. Irgendwann durch Gastarbeiter oder damals schon von Urlaubern mit nach Deutschland gebracht, vielleicht um ihr Heimweh nach der geliebten Familie oder seine Liebe zu den Tauben zu unterdrücken? Könnte anfangs zumindest so gewesen sein? Damals war es auch mit großer Sicherheit  mit der Überlieferung der Tauben, egal  ob mit dem Auto, zur See oder dem Flugzeug bestimmt noch nicht so mit Bestimmungen(Einfuhrgenehmigungen) belegt. Bücher gibt es in Sachen Kunstflug nicht all zu viele.  Hat man sich mit dem Medium Internet nicht oder noch nicht angefreundet wird es sehr schwer, etwas zu lesen zu bekommen.

 

 

 

Ab und zu gibt es Angebote in Geflügel- Fachzeitschriften von Fachbüchern über Flugtauben, aber  leider recht wenig. Des Öfteren werden dann Bücher gekauft, dessen Tauben die darin vorgestellt werden, man gar nicht hat oder kennt?  Da hat man schon viele Jahre Tauben und denkt man weiß alles und doch ist der Wissensdurst eines jeden doch recht groß. Oft jahrelang einer Rasse die Stange gehalten, und durch eine negative Bewertung, auffällige Geste,  sogar vielleicht Beleidigung nach einer neuen Rasse umschauend J Ausstellungen besucht oder wie schon zuvor Bücher gewälzt.  

 

Gerade die Neugierde nach Neuem, neue Rassen, neue Farben, neue Flugstile noch nie gesehenes ist doch eines jeden recht ausgeprägt.

 

 

Sicher gibt es viele Arten an gute Tauben zu kommen. Der eine hat sehr gute Kontakte, der andere hat einen größeren Geldbeutel. Beides kann zum Erfolg führen. Aber nicht immer!  Hat man gute Freunde, die man auch pflegt, die Freundschaft meine ich jetzt, bekommt man auch Tauben zum kleinen Preis oder auch gute Tauben mal geschenkt. Selbst dann, wenn man gute Tauben hat ist es noch lang nicht gesagt,  dass der Käufer mit dessen Tauben zurechtkommt. Gerade heutzutage möchte man doch recht schnell einen Erfolg sehen und sich in Ergebnislisten nachlesen! Nicht jeder, aber einige!

 

 

Oft wünscht man sich bei einem Tauben-Kauf einen Beipackzettel wie bei Tabletten die man aus der Apotheke holt?  Ja so leicht ist es dann doch nicht! Gut so, wird jetzt mancher denken! Denn wie viel Jahre vergehen oft, bis man oder viele unter uns, mit den Tauben und dessen Leistung im Flug zufrieden sind. (Eigentlich nie?) Selbst dann, wenn man meint den richtigen Zucht Weg eingeschlagen zu haben, treffen ungewollt Rückschläge,  manchen Züchter, hart. Komm ich zu einem Züchter egal wohin, sehe meine Rasse im Flug, denke........ Mann die sind aber gut, besser wie meine?

 

Hmmm davon muss ich unbedingt  etwas mit nach Hause nehmen. Koste es was es wolle! Ah Glück gehabt, wieder ein, zwei Paar bekommen/ gekauft. Nun Zuhause angekommen, wer denkt da  immer an die Quarantäne-Zeit? Hand aufs Herz? Wer? Ja so sind wir halt, wir Taubengockels. Stolz wie Oskar,  wenn wir ein neues Spielzeug haben, fehlt leider oft der Platz,  oder<><><> sehr oft  sind wir leider zu leichtsinnig!! Neue Tauben, gleich  zu den eigenen gesperrt?? Ja.. Ja alles schon mehrmals mitgemacht! Unbelehrbar!

 

 

Plötzlich, 0ft  auch erst nach 2- 3 Wochen einige Tauben teilnahmslos am Boden, kein Hunger,  keine Fluglust, dünn und noch dazu schlechter Kot! 

 

 

Dann ist das Geschrei aber groß! Am besten dann an der eigenen Nase ziehen! Wie viel Lehrgeld haben wir nicht schon alle bezahlt? Nicht nur die Anfänger? Ich möchte niemand belehren, denn ich halte mir den Spiegel,  gerade vor das eigene Gesicht! Ich habe letztens mit einem anderen Kelebek Züchter Tauben getauscht. Nun kam es wie es kommen musste, der vorgesehene Platz/ Schlag,  war noch nicht leer. Also packte ich die neuen Tauben in den Schlag meiner jüngsten Kelebek?

 

Vorher habe ich aber alle Tauben gebadet, dann 5 Tage auf einem Rost gehalten und  rein damit. Danach täglich mit einem kritischem Blick in den Schlag geschaut, in der Hoffnung keine kranken Tauben vor zu finden. Täglich den Schlag gereinigt, täglich den Boden mit Vogelsand bestreut, täglich eine neue trockene Tränke benutzt. Viel ins Wasser gegeben(Knoblauch, Zwiebel, Weidenrindentee)  und auch so manches übers Futter verabreicht. Das beruhigt zumindest ein klein wenig, das schlechte Gewissen. Nun bis heute nach mehreren Wochen, sind drei Junge Tauben verendet! Hätte nicht sein müssen! Weiß ich auch!

 

 

Das Einfliegen: Nach 2 fast 3  Wochen machte ich mich ans einfliegen der neuen und auch der eigenen jüngsten Tauben. Da meine eigenen Tauben auch noch nicht eingeflogen waren,  wurde es sehr schwer. Da man von den neuerworbenen Tauben sich sehr viel erhofft, überlegt man, fliege ich die neuen alleine oder mische ich die Stiche? Wie groß mache ich die Stiche? Recht zaghaft,  habe ich mich entschieden alle Kelebek auf einmal ab zu jagen. Anfangs musste ich die Kelebek aus dem nahen Maisfeld rausholen oder mitten auf der Hauptstraße einsammeln. Genervt hat das schon! Aber die bzw. meine Ausdauer hat sich gelohnt. In diesem Schlag habe ich 21 Junge Kelebek, lasse ich die raus und sie sehen meine Fahne schon von weitem, gehen sie hoch wie früher das HB Männchen im Fernsehen. Es ist ein  wahrer Augenschmaus.

 

Dieses Durcheinander, dieser Mückenschwarm,  ein schönerer Tanz kann man sich nicht vorstellen. Kreuz und quer, Spiralen in jeder Höhe bis Mittlere Höhe. Man glaubt es kaum auch kurze Axialdrehungen habe ich auch schon entdeckt. Bis jetzt habe ich sie immer alle auf einmal geflogen. Ich traue mich nicht dieses mittlerweile eingeflogene Schauspiel zu trennen! Warum auch, bald kommt die Zeit da kann man/ich sowieso nicht mehr fliegen. Komm ich von der Arbeit nach Hause ist es vorbei die schöne Zeit, der tägliche Genuss unserer/meiner  Kelebek im Flug zu sehen.  Zu dunkel!

 

Fredi Liebgott

 

2009