Handhabung

über das Einfliegen

von Dunek/Dönek

Fredi Liebgott

Einfliegen junger Drehsturztauben, wie fliege ich Dunek`s auf dem Flugkasten ein?

Nachfolgend ein Erfahrungsbericht von Fredi Liebgott Forst/ Baden 2010                                                                                                          

Man kann junge Tauben auf verschiedene Arten auf dem Flugkasten einfliegen. Ich möchte hier mal für Anfänger dieser tollen Rasse aufzeigen, wie ich es mache bzw. schon gemacht habe.

Denn es gibt immer wieder Züchter die erzählen „ich FK fliegen“, dafür habe ich keine Zeit! Ich habe aber des Öfteren schon gesagt und auch vorgemacht, dass es gar nicht so viel Mehrarbeit ist, als Heimschlag fliegen. Bei vielen Kunstflugtauben -rassen kann man fast auf dieselbe Weise vorgehen. Auch Alttauben kann man auf diese Weise auf den Flugkasten einfliegen, auch kein Problem. Ich möchte euch mal aufzeigen wie ich vor einiger Zeit sieben junge Dunek auf den FK eingeflogen habe. Zuvor möchte ich noch erzählen, dass ich diese jungen Drehflugtauben als Rohdiamanten gekauft habe. Bei einem Züchter, der aus Griechenland stammt, quasi aus der Wiege der Dunek`s von Nicolaos Kokkotidis aus Stuttgart-West.

 

Als ich bei Nico war hätte ich sehr gerne seine Tauben im Flug bewundert. Zu seinem Nachteil baute er seine Schlaganlage mitten in eine Baumlandschaft. Zur Erholung im Sommer gibt es bestimmt nichts Schöneres inmitten von grünen, wohlriechenden Bäumen zu verweilen. Aus dieser Lage aber Tauben ordentlich fliegen oder trainieren, geht nur sehr selten oder eigentlich gar nicht. Wenn seine Dunek`s über die Baumwipfel steigen und es geht ein leichter Wind, werden sie in Richtung Tal also Richtung Stadt abgetrieben von da aus zurückkommen…….. fast nicht möglich.

 

Altersmäßig waren sie sehr verschieden, die älteste von den Sieben hatte schon neun Schwingen gewechselt. Das Jüngste hat noch gepiepst und war gerade mal einigermaßen unter den Flügeln zugewachsen. Es waren 1 Blaues, zwei Rote und fünf Schwarzschecken. (Mönchszeichnung). Zu diesen sieben jungen Dunek`s gesellte ich noch 5 Dropper. Dropper habe ich meistens weiße arabische Trommeltauben. In der Regel sind Flugtauben und Dropper getrennt zu halten. Da sich Dropper mit viel weniger Futter begnügen, als Flugtauben. Und noch dazu kommt, dass es Flugtauben sind, die noch voll im körperlichen Aufbau sind. Junge Tauben füttere ich immer satt. Selbst auf dem FK, ist das kein Problem.

Nun zu meiner Vorgehensweise:

Alle 7 jungen Flugtauben und die 5 Dropper habe ich in einem separaten Schlag untergebracht. Drei Seiten des Schlages sind zu getäfelt nur eine Seite, die Türseite ist offen also mit nagersicherem Draht bespannt. Für mich ist das sehr Wichtig, Luft, Licht und Sonne. Wasser haben sie immer und zu jeder Zeit in diesem Schlag, auch Grit, Taubenkuchen und Futterkalk finden sie immer in ihrem Flugschlag vor.

 

Nur Futter bekommen sie „Immer“ und zu jeder Zeit nur im Flugkasten, selbst bei Regen!

In den ersten Tagen fange ich die jungen Flugtauben und setze sie in den FK………Flugkasten. Den Flugkasten stelle ich ca. vier Meter vor dem Schlag auf plus 2 Klapp-Stühle, auf den Klappstühlen je einen Transportkorb. Zur Fütterung mach ich die Schlagtür auf und meine Dropper fliegen recht zügig auf den Flugkasten und springen sofort ein. Anschließend gibt es ein ausgewogenes Futter.

 

Ab und zu nehme ich einen Dropper in die Hand und fühle wie viel Futter er intus hat. Denke ich es reicht für die Dropper nehme ich alle weißen Helfer wieder aus dem FK heraus und setze sie in den Flugschlag zurück. Danach spiele ich mit meinen Dunek`s im Flugkasten. Ich rede mit ihnen, streichle sie unten am Bauch, berühre sie oben, unten, seitlich…. egal wo oder öffne auch mal ihre Flügel oder Schwanz. Diesen Vorgang wiederhole ich an 3 bis 4 Tagen. Ab dem zweiten Tag setze ich sogar schon mal, vorausgesetzt sie sind etwas hungrig, die eine oder andere Taube direkt auf den FK neben das Einsprungloch. Unsere Tauben sind so gelehrig, die springen sofort ein.

 

Da braucht man keine Angst haben, dass sie von alleine auffliegen werden. Deswegen kann man sie auch schon ab dem 4. oder 5.Tag alle Tauben „selbst“ aus dem Schlag fliegen lassen. Da die Dropper sehr erfahren was den FK angeht, zeigen sie den jungen Dunek wie Lehrer das Anfliegen des Flugkastens und auch das Einspringen. Da mein Flugkasten an allen Seiten offen ist, können die jungen Tauben falls mal was schiefgehen sollte, trotzdem die anderen Tauben sehen und ihren Anflug korrigieren. .Selbst wenn sie auf dem Boden aufsetzen, werden sie recht schnell auffliegen und in den FK springen. Man kann, wenn`s gerade passt auch mit der Hand nachhelfen. (kleiner Schups) Die Dunek nehmen einem das nicht Übel, deswegen greife ich auch ja beim füttern in den FK.

So nach 2 bis 3 Tagen nehme ich eine junge Flugtaube aus dem FK gehe 2- 3 Schritte zurück und lass die Taube wieder zurück auf den FK fliegen. Die Hand mit der Taube ist dabei höher als der Flugkasten. Die springen so schnell ein, da kann man gleich die nächste nehmen….und so weiter. Nach und nach werden alle Junge Dunek`s 2 mal rausgenommen und auf den FK zufliegen lassen. Danach nicht mehr, denn dann sind sie vielleicht schon zu satt. Anschließend kommt die Zeit, da spare ich mir ein bischen Arbeitszeit.

 

Wie denn, ganz einfach. Meine Dropper reagieren auf die Transportkkörbe recht gut. Das heißt im Klartext: Mach ich die Schlagtür auf, mache vorher eine Klappe vom Transportkorb auf. Schnell fliegen alle meine Dropper sofort in den Korb. Und die jungen Flugtauben auf den FK und springen da ein. Man muss nur ab und an seine Dropper im Korb füttern, das kennen sie aber im Lauf der Zeit sowieso.

 

Klappt das Einspringen der Tauben reibungslos, kann man einen Schritt weitergehen! Da ich ja zwei Körbe dabei stehen habe, kommen nun alle Dropper in einen Korb und die jungen Flugtauben in den zweiten Korb. Jetzt lege ich ein klein wenig Futter in Form von ganz wenigen Sämereien in den FK. Ein Dropper und eine Flugtaube nehme ich aus dem Korb und gehe 4-5 Schritte zurück und lass sie fliegen. Zuerst den Dropper und sofort die junge Flugtaube hinterher. Immer in Richtung Flugkasten. Wie vor, alle zweimal. Am nächsten Tag kann man dann den Abstand zwischen FK und Korb vergrößern. Bei diesem Einfliegen mache ich keine Pause, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Das ziehe ich durch bis alle Tauben begriffen haben was ich von ihnen will.

Bin ich soweit, geht es ans einfliegen. Nun wieder zurück zu meinen Dunek. Meine Sieben hatte ich anfangs alle zusammen geflogen, da sie ja vorher bei ihrem Erzüchter „Nico“ nicht geflogen wurden. Ich ließ also anfangs alle Tauben aus dem Schlag, die Dropper sprangen sofort in den Transportkorb ein und die Dunek`s ließ ich aufsteigen. Aber Halt, zuerst mussten sie alle auf dem Flugkasten kurz ausharren und auf meinen Abflugbefehl warten. Täglich flogen sie dann eine Runde, dann zwei Runden und mehr. Und wie schon geschrieben Futter immer nur im Flugkasten und reichlich. Schon innerhalb von 10 Tagen flogen sie in gut obere Kante-Untere Höhe.

Fliegt man eine Rasse zum ersten Mal und man hat Zweifel an seinem Vorgehen, nimmt man immer wieder Kontakt zu anderen Flugtaubenzüchtern auf, die Erfahrung mit dieser besonderen Rasse haben. Schön zu sehen war auch, dass sie sehr gerne flogen, ohne abzujagen. Ab und an, waren Höhen dabei etwas höher als Untere Höhe, trotz ihres jungen Alters.

Nun wird der eine oder andere sagen, man lässt doch Dunek nicht so hoch fliegen? Ja kann sein, aber es gibt ja auch verschiedene Rassen unter den Drehsturztauben.

 

Türkische, Griechische, Mazedonische, Koso Dynek usw.. Jede Rasse wird auf eine andere Weise trainiert, geflogen und gedroppt. Ich möchte nun aber bei meinen jungen griechischen Dunek`s bleiben. Es vergingen ca. 14 Tage. Nun möchte noch erwähnen, dass ich mich mit dem droppen zurück gehalten habe. Warum, ganz einfach ich wollte dass sie einfach zuerst Lust daran bekommen sich in der Luft herum tummeln zu können austoben einfach Muskeln aufbauen und die Freiheit genießen.

 

Ich dachte so für mich, lass ich sie aus dem Schlag und hochfliegen und droppe sie sofort, wie das ja normal ist bei Dunek`s gewöhnen sie sich recht schnell an die kurze Flugzeit. Es sind oft nur wenige Minuten, bis die Dunek `s in Dropppostion sind und runter geholt werden. In der Regel kommt man ja nicht so oft zu Züchtern, die Dunek`s fliegen. Vieles macht man einfach nach Gefühl oder nach irgendwann mal gehörtem oder gelesenem, wenn sowas überhaupt wo zu lesen gibt?? ! Ich habe versucht sie einigermaßen ausfliegen zu lassen. Das ist aber gerade bei Duenk`s wie auch bei anderen Sturz-oder Drehsturztauben eine Gradwanderung. Warum?

Diese Rassen reagieren in der Regel auf alles was sich unter ihnen irgendwie bewegt oder flattert. Man glaubt es nicht auf was für Tiere oder Bewegungen diese Rasse oftmals blitzschnell reagieren und stürzen. Vögel, Wildtauben, Möven, Nachbars Kinder, Supermarkts Fahnen, weiße Hunde usw. Jeder der schon Sturz-Drehsturztauben fliegt oder geflogen hat kann ein Lied davon singen. Das meine ich mit Gradwanderung, lass ich sie zu weit vom Schlag entfernen, kann sein dass sie sich andernorts ungewollt niederlassen. Selbstständig wieder aufsteigen werden sie nur selten oder fast sogar gar nicht. Hat man seinen Tauben einen Telefonring angelegt besteht oft eine kleine Chance die Verflogenen Tauben zurück zu bekommen.

 

Nun kam die Zeit des Fliegens und des Droppens. Außerdem muss ich noch erzählen, dass ich anfangs lange Zeit drei junge Begleittauben dabei hatte. Bewusst habe ich das bisher verschwiegen. Denn Dunek mit Begleiter zu fliegen ist besser, wenn man mehr Erfahrung hat.

Dunek mit Begleiter fliegen ist noch mal eine andere Liga, sozusagen Champion Liga. Nun da ich meine Jungen anfangs mit Begleiter geflogen habe, kannte ich in etwa, wie jeder meiner jungen Dunek`s fliegt und reagiert.

 

Zuerst habe ich sie in einem 3-er und einem 4-er Team geflogen. Auf einen sehr wichtigen Tipp hin wurden sie immer nur bei ungefähr 45 ° gedroppt. Gerade am Anfang ist es sehr wichtig sie langsam und behutsam an das drehen und an den steileren Sturzwinkel zu gewöhnen. Denn im ersten Flugjahr sind ihre Schwingen noch nicht so stabil um 80 °/ 90 ° Stürze auszuhalten. Anschließend habe ich jede Dunek mit jeder geflogen um auszuprobieren wer mit wem harmoniert. .

 

Nach guten 3 Wochen kristallisierte sich ein dreier Stich heraus, lauter Schwarzschecken, der meinen Ansprüchen genügte. Diese drehten schon einige wenige Meter im offenen Drehstil. Auch recht schnelle Umdrehungen konnte man ausmachen, teilweise auch des Öfteren ohne sie zu droppen. Da sieht man die Qualität, die in ihnen steckt. Von sieben jungen Dunek drehen jetzt nach mehreren Wochen schon drei Junge da konnte man zufrieden sein, nicht wahr? Bestimmt brauchen die anderen vier noch etwas Zeit ….denn dass sie Qualität in ihnen steckt, davon bin ich überzeugt.

Kurz danach stand in der Gruppe Baden Württemberg das letzte Gruppentreffen an. Da habe ich mir gedacht, so als Abschluss für das Jahr 2010 fliegst du diese Dunek`s beim Gruppentreffen den Anwesenden vor, ohne Wertungsrichter. Denn für diese Flugrasse gibt es %ual gesehen sehr wenige Wertungsrichter.

 

Circa acht Tage vor diesem Termin ging ich dann viermal mit meinen jungen Wilden auf einen fremdem Flugplatz. Da Dunek oder überhaupt alle Kunstflugtauben sehr gelehrig und anhänglich sind, war das kein Problem. An vier Tagen hintereinander ging ich in circa 800 Meter Entfernung (Luftlinie) auf eine Wiese. Und zwar genau an`s andere Ende meines Dorfes. Zum ersten Mal sahen sie da ein Auto, Bäume und fremde Menschen. Die fremde Umgebung Null Problem, sagt Alf, wer kennt ihn nicht?

 

Alf ein kleines braunes, haariges Männchen aus dem Kinderfernsehen.

ALF, steht für Außerirdische Lebensform……………Ha..Ha…Ha…

 

Da gilt wie für vieles anderes auch…klein anfangen. Tauben auf den FK setzen und abwarten bis sie von alleine abfliegen. Je länger sie sitzen, umso länger prägen sie sich die Landschaft ein. Man könnte auch ein Drahtgitter darüber stülpen und dann abwarten. Geht beides. Auch die Vorbereitung in Sachen Futtermenge. Tage zuvor den Tauben nur so viel geben, wie sie wirklich benötigen. Lieber ein Korn weniger geben, als zu viel. Ich muss verraten ein-zweimal wurde mir da schon mulmig da sie sich vom FK weit entfernt hatten. Gerade da ist es sehr wichtig gut fliegende Dropper dabei zu haben aber auch sogenannte Handdropper.

 

(Handdropper, die nur um den Züchter fliegen, weiter nicht) Aber auch diese Eingewöhnungsphase haben sie mit Bravour gemeistert. Auf einem ihnen fremden Platz zu starten fliegen und beim gedroppt werden drehen, landen und anschließend in den Flugkasten einspringen……gibt es ein schöneres Gefühl?

Dann zwei Tage später, ging es ans Eingemachte: Gruppentreffen bei Andreas Heinzmann in St. Leon Rot.

Da ich die eingeflogenen jungen Dunek`s nicht verlieren wollte, gab es tags zuvor nur sehr wenig Futter. Deshalb wollten sie anfangs nicht so recht auffliegen, dann waren sie in der Luft flogen aber Spaziergängern nach?

 

Da wird es einem heiß und kalt gleichzeitig…. das kann ich euch erzählen.. Diese Spaziergänger bekamen bestimmt Angst, denn so etwas hatten die noch nie erlebt. (Siehe Hitchcocks, Vögel)  Naja es hat auf jeden Fall geklappt und ich bekam mit Hilfe meiner fünf Weißen Dropper meine jungen Wilden zurück zum Flugkasten. Das heißt im Klartext, meine Tauben in diesem Fall Dunek und ich als Ausbilder habe meine Mutprobe bestanden. Wäre ein Wertungsrichter anwesend gewesen, hätte ich bestimmt eine Flugkasten Abnahme abnehmen lassen.

 

So Anfänger dieser schönen Rasse……so oder so ähnlich wird jeder der Tauben auf den FK eintrainiert vorgehen.

 

Es gibt bestimmt vielleicht sogar noch bessere Methoden, ich habe hier nur erzählt wie ich es seit vielen Jahren mache.

 

Wie sagt das Sprichwort: Viele Wege führen nach Rom

 

All diejenigen, die sagen für FK fliegen habe ich keine Zeit kann ich das Gegenteil beweisen, dass es keine große Mehrarbeit ist. Auch kann man den Flugkasten überall aufstellen. Egal ob Auto, Garten, Terrasse, Balkon oder Flachdach.

Mann oder Frau muss nur wollen.

Erfahrungsbericht über das Einfliegen junger Dunek

Fredi Liebgott 2010