Züchter Portrait Franco Visonà

 

Wie ich meine Kelebek züchte...

 

Die tolle Kelebek Interview Seite bei Fredi Liebgott hat mich dazu bewogen, mal mitzuteilen, wie ich es mit meinen Kelebek mache. Vielleicht kann der eine oder andere daraus profitieren oder sich über seine eigene Zucht Gedanken machen.

Meine Kelebek stammen von ganz wenigen Züchtern, das heißt jeder Kelebektyp den ich besitze, ist jeweils vom selben Züchter. Mir ist es wichtig, dass ich jeweils mindestens pro Sorte mit 4 Paaren in die Zucht gehe. Ich betreibe eine breite Verwandtschaftszucht, das heißt alle Tiere je Typ ist mittlerweile miteinander verwandt. Zu enge Inzucht betreibe ich nicht, weil sich vor allem die Drehfiguren dadurch zu extrem vererben können.

 

 

Ich paare meistens einen starken Horizontaldreher mit einem guten Hochflieger zusammen damit ich ausgeglichene Nachzucht erhalte. Bei den vielen guten Jungen die ich kriege, ist es nicht sehr schwer, auch farblich passende Tiere auszulesen, die Spitze fliegen.

 

Meine Faustregel ist: die Täubin vererbt die Farbe.                        

Je verwandtschaftlicher die Tiere untereinander verbandelt sind, desto stabiler kommt auch die Farbe raus.

 

Ich züchte Baska Akbas in Rot, Gelb und Schwarz (Mönchszeichnung)  nebenbei Mavibas und Altinbas (Blauköpfe und Rotköpfe).

 

Gemischt werden die Linien nicht, obwohl manchmal die Paare nicht 100% treu sind!

 

Gemischte Junge ergeben meist tolle Flieger, zum züchten spaltet jedoch das Ausgangsmaterial auf, das heißt du kriegst gutes und

 

Schlechtes Material.

 

Bei der Reinzucht der Linien, fallen fast nie wirklich schlechte.

 

Ich fliege das ganze Jahr durch:

 

Bei Sommerhitze: Die Tiere fliegen einige Minuten, dafür mehrmals am Tag!

 

Bei Wind: Sie werden zum spielen animiert

 

Bei starkem Wind: Achtung, sie werden gerne abgetrieben

 

Bei leichtem Regen: Ömer bei Nordhorn würde sagen: Muss fliegen!

 

Starker Regen: Der Taubenzüchter wird nicht gerne nass!

 

Herbst bis Frühling: Tolle Flüge mehrmals am Tag 10 bis 15 Minuten

 

Schneefall: Achtung kein Flugbetrieb

 

Vor einem Gewitter: Achtung kein Flugbetrieb

 

Liegender Schnee und Sonne: Achtung kein Flugbetrieb, sie werden zu stark geblendet

 

 

Ich fliege eigentlich immer mit großen Trupps. Wenn ich dann mal für einen Wettflug 4 oder 6 Tiere trainieren muss, ist das für mich wirklich ein Muss, weil man nichts sieht vom tollen Schmetterlingsflug, die Spiralflüge wirken nicht wie sonst und am Horizontaldrehen alleine werden meine Vorstellungen von Kelebekfliegen auch nicht wirklich befriedigt.

 

 

Der Perfekte Kelebekflug sieht für mich wie folgt aus: Der Trupp (mehr als 5 Tiere) steigt auf. Sie fliegen durcheinander, bleiben aber im Umkreis von etwa 50 Meter beisammen.

 

Beim aufsteigen zeigen sie schon Drehfiguren wie etwas Horizontaldrehen. In mittlerer Höhe fangen sie richtig an zu spielen, durcheinander, Drehungen, Wendungen und Richtungswechsel.     

 

Ab und zu drehen einige Tiere in Spiralflügen bis in untere Höhe, steigt aber wieder auf. Nach einigen Minuten schraubt sich der Trupp in Punkthöhe und wartet auf das Droppzeichen. Nach etwa 10 Minuten werden sie gedroppt und die Tiere stürzen sofort ohne den Sturzvorgang zu unterbrechen, vor den Schlag.

 

Da sagen jetzt wahrscheinlich viele: Träum weiter Franco!

 

Wenn ich 3 bis 4 Flüge im Jahr so hinkriege, bin ich jeweils zufrieden.

 

Wir züchten ja Tiere und keine Maschinen.           

 

 

Und können tun, das die Kelebek, wenn man sie nur vielfältig probiert zu züchten und nicht auf irgend ein extrem hin ausliest bei der Zucht.

 

Mein Trupp besteht eigentlich immer aus Akbas, Karakuyuk und Mavi und Altinbas. Das gibt eine gute Mischung. Die Akbas ziehen bis in Punkthöhe, spielen weniger Horizontal, dafür ziehen sie von ganz Oben durch. Die Karakuyruk und die Mavi/Altinbas spielen mehr Horizontal, gehen aber höher, weil sie durch die Akbas gezogen werden. Im Sturz, ziehen die sogar die nicht sehr droppfixierten Mavi/ Altinbas mit.

 

 

Fliege ich nur Akbas gehen alle auf Punkthöhe, fliege ich nur Karakuyruk machen sie höchstens Mittlere Höhe, weil sie mehr Horizontal Drehen. Sie sind so ausgelesen, dass sie nicht extrem Horizontal drehen und deshalb höher steigen.     

 

Engere Inzucht würde das Horizontaldrehen verstärken, bis sie nur noch Horizontal fliegen könnten. Wer will das schon, ich nicht!

 

 

Fliege ich nur Mavi/Altinbas ist es ähnlich, kann aber noch nicht sehr viel darüber sagen, weil ich dieses Blut, das ich habe, noch nicht sehr gut kenne.

 

 

Eigentlich kommen nur Tiere in die Zucht, die ein Jahr überzeugt haben. In starken Wanderfalkenjahren, ist dies jedoch nicht möglich. Dieses Jahr habe ich vom Februar bis 15.Juli praktisch täglich unseren Freund gesehen. Von da an bis Mitte Oktober ward er nicht mehr gesehen. Nicht dass ich ihn vermisst hätte, aber jetzt ist er wieder da. Ich habe dagegen einen Trupp Begleiter und Misirimövchen. Die fliegen etwa eine Stunde bis

 

Punkthöhe und an denen kann er sich gerne die Zähne ausbeißen! Echte Granaten in der Luft die Mövchen. Wenn es im Sommer noch viel Feuchtigkeit in der Luft hat, kann man bei den ersten Sonnenstrahlen problemlos fliegen. Der Falke muss zuerst sein Gefieder trocknen und in Form bringen. Im Hochsommer, wenn’s auch in der Nacht nicht mehr Feucht wird, ist er auch schon um 5.30 Uhr in der Früh da und bringt den Taubenzüchter zum fluchen!  Ansonsten kann man fliegen wann man will, er, unser Freund ist immer zur Stelle.

 

Gefüttert wird 50% Gerste für die Flieger.                                  

Hat wahre Wunder vollbracht.

 

Ein Mal die Woche (freitags arbeite ich bis 21.00 Uhr) da kriegen sie satt von meinem Vater (der auch sonst eher zu viel hinschmeißt)!

 

Ich will die Flieger nicht permanent in Höchstform halten, Abwechslung bringt Spaß ins Leben!

 

Viel Spaß mit euren Kelebek, ich habe seit meiner Schulzeit Spaß   an meinen.

 

Franco Visonà, Oktober 2010