Österreichische Ganselkröpfer

 

GEFÄHRDETE RASSE IM NACHBARLAND

 

Der Österreichische Ganselkröpfer ist eine der drei altertümlichen österreichischen

Kropftaubenrassen. Die Bezeichnung Gansel bezieht sich auf die Gefiederzeichnung und leitet sich von der gescheckten Variante der Pommern Gänse, die früher bedeutende Nutzgänse waren, ab. Bei den Bauern war der Ganselkröpfer früher sehr beliebt, weil er auch im Winter für Nachwuchs sorgt und so die Nahrungsversorgung in der kalten Zeit gewährleistet war.

 

Die urwüchsigen Österreichischen Ganselkröpfer konnten kurz vor dem Aussterben gerettet werden.    

Noch in den fünfziger Jahren, so erinnert sich August Heftberger, waren diese Tauben über ganz Oberösterreich und die an-grenzenden Bundesländer Salzburg und Niederösterreich auf den Bauernhöfen stark verbreitet.

 

 

Einen Standard brauchte es damals nicht, aus Tradition wussten die Bauern genau, wie sie aussehen sollten, und die bunten Kröpfer dienten ja vor allem der Gewinnung von saftigen Taubenbraten, auch heute noch eine besondere und vor allem sehr gesunde Delikatesse. Diese „Ganseltauben“ gab es nur in der geganselten Zeichnung in verschiedenen Farben mit und ohne Spitzkappe. Ihre Haltung war einfach, Bretterverschläge unter Dachvorsprüngen von Ställen oder Scheunen genügten als Nistplätze. Das Futter war minderwertiges Getreide, das sie sich, auf den Hof gestreut, noch gegen die Hühner erkämpfen mussten.

 

Entscheidend war der Freiflug.    

Die „Ganseltauben“ felderten und fanden da alles, was sie brauchten, um gesund und vital zu bleiben. Da ging schon auch mal die eine oder andere Taube durch Greifvögel verloren, aber die wollen ja auch leben und es erwischte auch meist die Älteren und Schwächeren, was einer natürlichen Auslese gleichkam.

 

Ausstellungen waren selten, Taubenhändler vor Ort sorgten für den Austausch von Tauben. August Heftbergers Vater war Taubenhändler, und so hatte August von Kindheit an mit Tauben und ihren Züchtern zu tun. Und da waren natürlich immer viele Ganselkröpfer dabei.

 

Die Zucht war unproblematisch. Zuchtbuch und Kennzeichnung gab es nicht, meist paarten sich die Tauben nach eigenem Gusto, und wie wir wissen, gibt das die harmonischsten und zuverlässigsten Zuchtpaare. Wichtig war, dass es Junge gab, auch im Winter. Die Brutkisten wurden nicht gereinigt und der verrottende Mist sorgte für Wärme in der kalten Jahreszeit.

 

Doch die Zeiten änderten sich.

Die Menschen wurden immer mobiler, neue Rassen kamen auf, das Vereinsleben nahm einen großen Aufschwung und Ausstellungen mit standardisierten  Ras-sen zogen die Leute an.

 

Dazu kam, dass immer mehr kleine Höfe aufhörten, und bei den großen waren Tauben weder auf den Dächern noch bei den Geräten gern gesehen. Und die Ganselkröpfer hatten keinen Standard und konnten also auch nicht ausgestellt werden. Sie verschwanden mehr und mehr.

 

Mitte der 80-er Jahre war der taubenbegeisterte Willi Klinger aus Altnang Land auf, Land ab unterwegs und sammelte die Reste ein. 1992 hatte er die Anerkennung dieser schwach blasenden Tauben (die Täubin-nen blasen nur ganz leicht) durchgesetzt. Neue Liebhaber kamen dazu, und 1997 konnte August Heftberger nach den Schwarzen die Rotgeganselten zur Anerkennung bringen. Weitere Farben sind im Kommen.

 

Fazit: Die Österreichischen Ganselkröpfer sind robuste, gut züchtende Tauben, besonders geeignet für Liebhaber, die ihnen viel Bewegung und Beschäftigung, am besten im Freiflug er-möglichen können.

 

 

 

Fotos: Andreas Boisits, Quelle: Andreas Boisits, Geflügel-Börse 2/2014, 

 

Kontakt: August Heftberger, Tel.: 0043 699 1254 6058    

 

 

 


                                August Heftberger                                                                     Andreas Boisits          

Kröpfer, durch die Eigenschaft, ihren Kropf weit über normal aufblasen zu können, bilden die Kropftauben eine verhältnismäßig große Gruppe, die von allen anderen deutlich getrennt ist.

 

Entwicklungsgeschichtlich sind zwar Verwandtschaften zwischen Kröpfern, Formentauben und Ringschlägern vorhanden, äußerlich aber kaum noch wahrnehmbar. Die spanischen Kropftauben sind dagegen z. T. mit den Brieftauben verwandt. Kropftauben wurden schon 1590 von dem Inder Abdul Fazl und um 1600 von Aldrovandi beschrieben. In Körperform, Größe und Form des Kropfes sind die einzelnen Rassen recht unterschiedlich.

 

 

Lediglich einige haben Rund- oder Spitzkappe, auch sind einige belatscht oder zeigen Perlaugen. Die Farben und Zeichnungen der Kropftauben sind recht verschieden und vielfältig. Häufig ist die sogenannte Herzzeichnung mit einem weißen Halbmond auf dem Kropf. Kropftauben sind meist wesentlich bessere Flieger, als man vermutet. Im deutschen Standard sind die Kropftauben, wie alle Rassen in den jeweiligen Gruppen, alphabetisch geordnet. Entsprechend ihrer Größe stehen einige davon bei den Ausstellungen in den 50-er Käfigen am Anfang ihrer Abteilung.

 

Aus Handbuch der Taubenrassen Schütte, Stach und Wolters 1994  

 

 

Bild Gustl Heftberger
Bild Gustl Heftberger

Der Österreichische Ganselkröpfer
Diese Taubenrasse konnte kurz vor dem Aussterben gerettet werden.
Soweit ich mich zurückerinnern kann und das ist bis in die fünfziger Jahre, waren  diese Tauben sehr stark verbreitet.


Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich über ganz Oberösterreich und den angrenzenden Bundesländer Salzburg und Niederösterreich.


Bis zu 80% der großen und kleinen Bauernhöfe wurden von diesen Tauben bevölkert.
Da es zur damaligen Zeit für diese Rasse auch noch keinen Standard gab, wurde auf Farbe und Zeichnung kein Wert gelegt. Hauptsächlich dienten diese Tauben wegen der Zuchtfreudigkeit zur Gewinnung von saftigen Taubenbraten. Nestjunge Tauben sind auch heute noch eine Delikatesse und nur in Gourmet Restaurants zu bekommen. Außer man hat einen bekannten Rasse oder Brieftaubenzüchter, wo hin und wieder Jungtiere abgegeben werden.  


Die damals landläufig genannten Ganseltauben gab es verschiedenen Farben, aber nur mit einem Zeichnungsmuster, eben die Gansel Zeichnung aber dafür mit und ohne Spitzkappe.

Die Haltung dieser Tauben war recht einfach, nicht so vornehm wie heute in Taubenvillen oder Volieren. Meistens hausten die Tauben unter Dachvorsprüngen bei Scheunen oder Unterständen von Geräten und Maschinen. Auch an das Futter durften keine Ansprüche gestellt werden, denn es gab nur eher minderwertiges Getreide aus eigenem Anbau, wie Gerste, Hafer und Weizen. Die Getreide Vielfalt von heute war ja überhaupt nicht bekannt.. Das gute Futter benötigte man für die nutzbringende Tierzucht. Die Fütterung der am Hof lebenden Tauben erfolgte meistens mit den Hühnern, damals aber auch keine Rassehühner, durch die Eierleistung hatten Hühner einen  höheren Stellenwert als die Tauben. 

Vom Getreideboden wurde morgens 1 Schaufel voll Getreide für das liebe Federvieh herunter geworfen, die Tauben mussten sich gegenüber der Hühner zur Wehr setzen, damit diese auch ihre Nachkommen großziehen konnten.


Aber durch die Flugfreudigkeit und der damaligen Ernte des Getreides fanden die Tauben beim Feldern genug Nahrung und andere Elemente die zur Gesunderhaltung notwendig waren. 
Durch den permanenten Freiflug  musste damit gerechnet werden, dass schon mal eine Taube nicht mehr zurück kam, denn der Greifvogel brauchte auch Nahrung für sich und seine Nachzucht. Aber auch durch die offenen Tauben Kobel  hatten andere Räuber wie Mader, Iltis oder Katze leichten Zugang um Beute zu erlegen. 


Gegen Ungeziefer schützten sich die Tauben selber so gut es eben ging, da die Nistplätze der Tauben von den damaligen Taubenhaltern kaum gesäubert wurden, baute sich rund um die Niststelle eine mit Kot umgebene Festung auf, die einen Großteil der Parasiten abhielt.


Die Kleintierausstellungen so wie wir sie heute kennen, gab es zur damaligen Zeit nur vereinzelt. Dafür  waren die sogenannten Taubenhändler in verschiedenen Orten ansässig. Diese Taubenhändler fungierten quasi als Umschlagplatz und Tauschzentrale. Wer Tiere benötigte oder überzählige Tiere hatte, brachte diese zum Händler. Da mein Vater auch ein solcher Taubenhändler war, kam ich bereits in frühester Kindheit mit Tauben in Kontakt, so dass sich die Verbindung zu Tauben und Taubenliebhabern steigerte, und dies fast 60 Jahre ohne Unterbrechung.


Die Zeit, in der die Taubenhändler eine größere Anzahl von Tauben hielten, war von Oktober bis ca. Ende März eben eine zusätzliche Freizeitbeschäftigung. Es gab aber auch welche bei denen man das ganze Jahr Tauben tauschen, kaufen oder verkaufen konnte. Da tummelten sich natürlich sehr viele dieser Ganseltauben in den Schlägen.


Auch durch das fehlen der nötigen Verkehrsmittel, es gab nur Bus und Bahn, war man auch in dieser Hinsicht stark eingeschränkt und auf den Händler angewiesen.
Eine geordnete Zucht so wie wir sie heute kennen, mit Zuchtbuch und Kennzeichnung war auch nicht bekannt und erforderlich. Die Verpaarung wurde hauptsächlich den Tauben selber überlassen. Es erfolgte die sogenannte „Liebeshochzeit“ 


Aber durch die Schnelllebige Zeit der darauffolgenden Jahre wurden die Leute immer mobiler, neue Rassen wurden aus dem Ausland eingeführt, Kleintierzuchtvereine gegründet und Kleintierausstellungen veranstaltet. Das Vereins leben nahm einen großen Aufschwung, 
Noch dazu kam, dass die kleinen Landwirtschaftsbetriebe geschlossen wurden und bei den großen durften die Ganseltauben und auch alle sonstigen Arten die neurenovierten Dächer und die neu angeschafften Maschinen nicht mehr verkoten.


Da es für die Ganseltauben keine Musterbeschreibung (Standard) gab, konnten diese auch auf keine Ausstellungen gebracht werden. 


Leider waren all diese negativen Faktoren für die Ganseltaube das fast vollständige aus.
Doch Mitte der 80er Jahre nahm sich Zfrd. Klinger Willi aus Attnang, ein Taubenzüchter mit Leib und Seele  dieser Rasse an.


Er war Land auf, Land ab unterwegs um die noch vorhandenen Restbestände zu erwerben. Leider waren nur mehr geringe Mengen an schwarzen Tauben und vereinzelt rote vorhanden. 
Mit diesen kleinen Bestand begann er den Neustart, wobei Willi seine Herkunft, der damaligen Tschechoslowakei behilflich war, dort gab bzw. gibt es eine ähnliche Taubenrasse, die er in die Zucht einbaute.


Es dauerte bis 1991, wo Zfrd. Klinger den 1 Antrag auf Anerkennung der Rasse an den BZA gestellt hat.
Man wusste aber nicht so recht, in welche Gruppe diese Rasse eingegliedert werden soll. Nimmt man diese in die Gruppe der Farbentauben, besteht eine sehr große Ähnlichkeit mit der bereits anerkannten Echterdinger Farbentaube, bis auf Zeichnung und Kappenform, nur geringe Unterschiede. 
Da die Ganseltauben, speziell die Täuber auch Blaswerk zeigten, bei den Täubinen nur gering angedeutet, entschloss man sich doch, die neue Rasse in die Gruppe der Kropftauben einzureihen.
Die Anerkennung erfolgte dann im zweiten Anlauf auf der Bundesschau 1992 in Wels, als Österreichischer Ganselkröpfer in schwarz geganselt.


Leider ist Zfrd. Klinger viel zu früh von uns gegangen, sodass diese Rasse wieder kurz vor dem verschwinden war. Der gesamte Bestand der schwazen und einigen Tauben in rot wurden auf mehrere Züchter aufgeteilt, aber es kamen keine neuen Interessenten dazu.


Im Jahre 1997 wurden die rot geganselten durch Zfrd. Heftberger zur Anerkennung gebracht. Mittlereile sind Bestrebungen im Gange, die auch früher vorhandenen Farbenschläge wieder zu erzüchten. In der Zuchtanlage von Zfrd. Heftberger sind bereits rote, gelbe, gelbfahle, blaue, und dunfarbige zu sehen.
Bei den roten und gelben Ganselkröpfer sind  Tauben auch ohne der Spitzkappe vorhanden.
Aus der Sicht des Verfassers bereitet die Farbe der Augenränder große Schwierigkeiten. Da die damaligen Tauben allgemein und auch  beim Klinger Willi permanenten Freiflug genossen, hatte diese auch schöne rote Augenränder.


Leider ist diese Haltungsmöglichkeit bis auf einige wenige Anlagen nicht mehr möglich. Bei den heutigen Haltungsmethoden ohne Freiflug und überdachten Volieren ist ein roter Augenrand kaum bis gar nicht zu erreichen


Ich wünsche mir für diese Lebendige und Zuchtfreudige Rasse mehr Anerkennung und eine größere Züchterschar.
                                                                                      August Heftberger, Andreas Boisits

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Österreichischer Ganselkröpfer 

EE Standard


Herkunft: Aus den alten Monarchie Ländern ( Böhmen, Mähren und Österreich ) 1992 im Oberösterreichischen Hausruckviertel wieder erzüchtet.

 

Gesamteindruck: Knapp mittelgroßer Kröpfer mit fast waagerechter Haltung. Blaswerk sichtlich erkennbar ohne Taille, nicht zu stark ausgeprägt.

 

Kopf mit stumpfer Spitzkappe. Sehr vitale, flugfreudige Taube.

 

Kopf: Länglich rund, mäßig gewölbte Stirn, mit Kappe, die einer Spitzkappe gleicht, jedoch etwas breiter ist. Nicht zu tief angesetzt.

 

 Die Kappenfedern schließen am Kamm. Augen: Dunkel.

 

Augenrand: Schmal, rot bis fleischfarbig

 

Schnabel: Mittellang, nicht zu stark, mit feinen Warzen.

 

Hals: Mittellang, Kropf mäßig, seitlich etwas flach, nach vorne und oben am weitesten ausgedehnt, ohne Absatz in die Brust übergehend. Täubinnen zeigen weniger Blaswerk.

 

Brust: Breit, etwas vorstehend und gerundet, vollfleischig.

 

Rücken. Lang, gerade, mäßig  abfallende Rückenlinie, Schulter  nicht zu schmal.


Flügel: Lang, geschlossen, den Rücken deckend, ohne zu kreuzen. Schwanz: Die Flügel etwas überragend, nicht zu schmal, geschlossen.

 

Läufe: Mittellang, ( eher kurz ) unbefiedert, Zehen gut gespreizt, nicht zu eng stehend, Nägel hell.

 

Farbe und Zeichnung: Die Grundfarbe ist weiß. Farbig sind der Hinterhals einschließlich der Kappe, Brust, Schulter mit gleichmäßigem Rückenherz und Schwanz.

 

Der Rücken und Schwanzkeil sind weiß anzustreben.  Farbe satt mit etwas Glanz. Am Vorderhals befindet sich ein mittellanger Latz der spitz ausläuft.  ( Von Schnabelspitze bis Kropfmitte )

 

Farbenschläge: Schwarz geganselt, Rot geganselt, Gelb geganselt, Blau geganselt

 

Grobe Fehler: Zierliche Figur, zu aufrechte Haltung, hoher Stand, zu rundes, abgesetztes oder sehr schwach ausgeprägtes Blaswerk, ( ausgenommen Täubinnen ) grober Augenrand,  matte Farbe, dunkler Schnabel, befiederte Läufe,  zu  langer Latz, starker Knick.

 

Bewertung: Gesamteindruck: Körperform - Haltung - Blaswerk - Augenrand - Kappe und Kamm - Farbe und Zeichnung. Ringgröße: 8 mm                                                                                                                                                          

2017

Mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung von Herrn

August Heftberger und Andreas Boisits

Danke

Hallo,

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Name: Andreas Boisits

E-Mail: andreas.boisits@aon.at

Nachricht: Hallo Fredi,
war nett Deine Bekanntschaft zu machen! Danke für die Veröffentlichung der Artikel über unsere urösterreichische Kropftaubenrasse auf Deiner Homepage. Der Österreichische Ganslkröpfer würde sich über jeden weiteren Züchter freuen.
Tolle Homepage! Mach weiter so!
Liebe Grüße, Andreas

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