Mein Werdegang als Taubenzüchter

 

von Gerhard Krapf Berka Werra

1962 begann ich mit der Taubenzucht oder besser gesagt mit der Taubenhaltung. Bis 1980 hielt ich mehrere Traubenrassen in meinem Schlag. Danach kam meine 14 Jährige „Tauben-Abstinenz“.

 

 

1994 (nach viele Überredungskünsten gegenüber meiner Frau) holte ich mir von einem türkischen Züchter meine ersten  Spielflugtauben, es waren Takla Tauben.

 

Ein Jahr später kaufte ich mir noch Kelebek, außerdem schaffte ich mir noch Bakina und Birmingham Roller an.

 

Um die Kelebek, Bakina und Birmingham Roller auch hoch zu bekommen, machte man mir den Vorschlag Wiener Hochflieger als Begleittauben anzuschaffen.

 

Ich muss gestehen, ich hatte null Ahnung wie meine Tauben  richtig fliegen müssen und wie man sie trainiert.

 

Trotzdem holte ich mir Wiener von meinen alten Bekannten  H. W. Hering. 

 

Um die Wiener separat unterzubringen baute ich das Dachgeschoss meines Taubenschlages aus.

 

Eines Tages bekam ich einen angenehmen Anruf  aus Baden Württemberg, es war Fredi Liebgott. mit der Frage, ob ich Wiener Hochflieger für ihn hätte.

Er wollte sie  zusammen mit drei anderen Zuchtfreunden bei mir abholen.

Am Pfingstsonntag 2010 kamen die Vier, mir bis dahin unbekannten Züchter, bei mir an.

Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und ganz schnell war das Du in der Runde.

 

Nach und nach flog ich alle meine Tauben vor und als  die Wiener oben waren, bemerkte der Uwe Muth:

 

„Boa man Gerhard, was hast du denn da für Wiener?!“.

 

Ich dachte, oh je jetzt kommt`s, deine Wiener fliegen nicht gut.

 

Doch Uwe sagte gleich danach: „So gut fliegende habe ich lange nicht gesehen, wo hast du die her?“

Von diesem Tag an beschäftigte ich mich intensiver mit den Wienern. Ich las jeden Beitrag und sah mir viele Filme über Wiener Hochflieger im Internet an.

 

Die Meinungen über gute Wiener Hochflieger gehen ja hier weit auseinander, deshalb will auch ich hier mal meine Ansicht darlegen.

 

Ich züchte

 

„Farbige Wiener Hochflieger“ ?!

 

 

 

Wie einige Zuchtfreunde bereits bemerkt haben werden, widme ich meine Zucht den farbigen Wiener Hochfliegern.

 

 

Auf die Entstehungsgeschichte meiner Wiener möchte ich nicht weiter eingehen, diese ist hier

 

nachzulesen:

 

http://beimgeer.npage.de/wiener-hochflieger/die-entstehungsgeschichte.html .

 

 

 

Meine Wiener stammen alle aus dieser Linie und ich züchte sie seit 2006.

 

Es ist die Hering-Linie.

 

 

Wie man in oben genannten Link lesen kann, stammten meine Wiener ursprünglich auch aus Rotstörchen und  Hellstörchen.

 

 

 

Es ist wohl jedem hier klar, dass ein Stich von hellgestorchten Wienern am blauen wolkenlosen Himmel eine Augenweide ist. Doch ein Stich von farbigen Wienern sieht dort oben, für mich, genau so schön aus. Vor allem sieht man diesen Stich wesentlich länger in Oberluft und Flimmerhöhe.

 

 

 

Aus der Hering-Linie braucht man keine bzw. nur einzelne Tauben auszusondern, diese fliegen ob schwarz, ob rot, ob blau,...u.s.w. bis in Flimmerhöhe.

 

Diese Aussage wurde auch so vom Helmut Ostwald bestätigt.

 

Bei mir fliegen Alttauben, auch die noch auf den Nestern sitzen, mit den Jungtauben zusammen.

 

 

Ich jage sie bei jedem Wetter, ob es regnet oder stürmt.

 

 

 

Sie fliegen rasant und eng zusammen, auch bei über 50 Tauben gibt es kaum Probleme.

 

Achten ziehen sie nicht bei jedem Flug, doch kippen und schwenken können sie sehr gut.

 

 

 

Ich bin der Meinung, dass Wiener Hochflieger den Stielflug beherrschen sollten, aber auch nach guten Training  in Oberluft bis unsichtbar fliegen müssen.

 

 

 

Ihr Name sagt es ja schon Wiener „Hochflieger“.

 

Meine Wiener fliegen, wenn sie noch brüten, kaum länger als eine Stunde, eher kürzer.

 

Sollten sie mal 2 Stunden und länger in der Luft bleiben( meist wenn ein Greifvogel sie bedroht), konnte ich noch keine Brutverluste feststellen.

 

In der Zeit wenn sie nicht brüten fliegen sie fast täglich in Oberluft.

 

 

 

Trotz des vielen Jagens sind meine Wiener sehr zahm, einige kann ich sogar streicheln.

 

Die Aussage das zahme Wiener schneller vom Greif geschlagen werden, kann ich jederzeit widerlegen. Meiner Meinung nach ist es eine Sache der Verbreitung von Greifvögeln in bestimmten Gebieten.

 

 

Der eine hat das ganze Jahr über keine, oder nur wenige Probleme und bei den anderen sind 1-5 Nisthilfen für den Wanderfalken ganz in der Nähe.....???

 

Ein auf Wiener eingeschossener Wanderfalke schlägt täglich eine oder wenn ihm eine mal verletzt entwischt ist, auch zwei und mehr Tauben. Ob sie schwenken, kippen oder gesprengt wie Wammen zu Boden stürzen ist ihm dabei egal. Bei meinen Wienern ist es meist so, dass sie sich nach einem Angriff sofort wieder im Stich sammeln. Wenn sich  meine Wiener nur in unterer Höhe aufhalten, habe ich kaum oder wenig Probleme mit Verlusten.

 

 

Den Habicht bekomme ich hier bei mir kaum zu Gesicht, aber das Sperber-Weibchen schaut sehr oft vorbei und holt, wenn sie nicht aufpassen Jungtauben vom Schlagdach.

 

Fliegende Wiener greift das Sperber-Weibchen bei mir gar nicht mehr an,... das hat sie aufgegeben.

 

 

 

Auf dem Hausdach landen dürfen meine Wiener auch mal, wobei ich  sagen muss, dass es meistens erschöpfte Jungtauben sind. Sie haben noch nicht das Durchhaltevermögen wie ihre durchtrainierten Eltern.

 

 

 

So, nun zu meinen umstrittenen Farbzuchten.

 

Da sich die Aussage so hartnäckig festgesetzt hat, dass nur Hellstörche gut fliegen, möchte ich das mal, wenn ich Zeit und genügend Tauben zur Verfügung habe, im nächsten Jahr versuchen zu widerlegen. Bis jetzt kann ich nur so viel sagen, dass meine blauen, gehämmerten, schwarzen und und und meist besser als die Hellstörche fliegen.

 

 

 

Blaue Wiener sind bei mir schon reinerbig, gehämmerte bringen ab und zu noch blaue.

 

Bei manchen schwarzen fehlt mir noch der schöne Glanz, auch das ist  schon in Arbeit.

 

Mit  Anleitung meines Zuchtfreundes Hering konnte ich jetzt aus der Hering-Linie auch die Dunkelstörche, ohne großen Aufwand  wieder heraus züchten.

 

Ich denke mal, dass sie die guten Eigenschaften ihrer Eltern mitbekommen.

 

 

 

Wer Zweifel an meinen Aussagen hat sollte mir das hier mitteilen, ich kann viel Kritik vertragen.  Besser noch der sollte mich  mal hier in Berka Werra/ Hausbreitenbach Thüringen besuchen und  vielleicht kann ich da so einige Vorurteile entschärfen.

 

Gut Flug Gerhard Krapf

 

 

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