Handhabung

von/ über/ mit

Jungtauben der

Flugtaubenrassen im allgemeinen

von Fredi Liebgott

 

Jungtauben, die…. nein unsere Zukunft.

Jahr für Jahr züchten wir Tauben-Nachwuchs für unser Hobby. Paart man ein gutes Weibchen an einen guten Vogel.. sprich Täuberich, Gerhard sagt Täubert an, erhofft man sich daraus zwei noch bessere Junge. Ist das aber so, ich glaube nicht.          

 

 

Denn geh ich jetzt gedanklich mal zu einem speziellen „auf einem absteigenden Taubensport über“ wären all die Guten oder sehr gut Betuchten immer vorne, also die Sieger.

 

Denn wie heißt es so schön: Geld regiert die Welt.

 

Zum Glück ist es aber in der Realität nicht so. Denn schon oft haben gerade die „Kleinen“ bewiesen….dass es nicht immer am schnöden Mammon liegt, gute Tauben zu züchten. Ich möchte aber bei den Jungtauben bleiben. Fast jeder hat mit seinen Tauben ein Ziel vor Augen. Es gibt ja dank unserer Einwanderer ( Anfang ca. 1970 ) viele, ganz besonders tolle Taubenrassen, natürlich meine ich Flugtaubenrassen und deren Flugstile. Und…. durch…….… Mund zu Mund Propaganda, Internet, Bücher hat man die Möglichkeit sich über die verschiedenen Flugtauben und deren Flugstile, zu informieren.

 

Auch durch die immer beliebter werdenden Filme (meist You Tube) kann man sich virtuell

informieren und anschließend fast wie im Discounter seine Rasse aussuchen, bestellen und kaufen! Da es aber ganz spezielle Taubenrassen gibt, da wäre es von großem Vorteil einen Taubenpaten zu haben, den man jederzeit anrufen oder herbeirufen kann….. falls dringend Hilfe gebraucht wird.

 

Habe ich mich nun für eine Rasse entschieden, macht man einen Fehler, nicht immer…… aber sehr oft. Fehler in dem… dass ja oft über Winter im warmen Zimmer alles verschlungen wird wie vor beschrieben: Heftchen (Clubzeitschriften). .…Bilder und Texte verschlingen, Bücher lesen….so man hat, Flugtauben-Home Pages, leider gibt es da sehr wenige….. Tag und Nacht durchforsten, You Tube Filme sehen usw.. letztendlich meint man nach diesem Studium, ha, jetzt geht’s los, ich bin der Größte….. ich kann alles, was kostet die Welt, her damit?

 

Puhhhstekuchen. Wie oft werden nur mal als Beispiel Wammentauben gekauft und 10 Wochen später findet man sie wieder auf H…………Anzeiger. de??

 

Und was auch entscheidend ist, die Jahreszeit in dem man sich entscheidet das Hobby „ Flugtauben „ zu beginnen oder umzusteigen von Brief oder Rasse-hin zu…………. Hoch-oder Kunstflugtauben.

 

Im Winter hält behält man eigentlich nur die Tauben, die seinen Ansprüchen genügen.                                    

Überzählige Tauben oder Paare haben da nur sehr wenige Züchter; über….. Jungtauben im Frühjahr ergattern, da wird es noch schwieriger, außer ein Züchter hört mit einer Rasse auf.

 

Denn jeder Züchter hofft ja auf den neuen Jahrgang ….

wie ein Winzer auf seinen neuen Jahrgang!

 

Also, wann ist dann der beste Zeitpunkt Tauben zu kaufen?

In den bekannten Anzeigern kann man ja ganzjährig Tauben erwerben. Jedoch wurde dieser Riesenhandel durch Transportverbote….. schwer angeschlagen. Nimmt man Kontakt zu einem Verein oder Club auf, hat man schon mehr Chancen, denn je mehr Züchter einzelner Rassen, umso größer die Auswahl.

 

Sind Züchter deiner ausgewählten Rasse in sagen wir mal in greifbarer, unmittelbarer Nähe (fahrbar) da könnte man vielleicht in den Genuss kommen… eve. die Rasse vorher mit den eigenen Augen in der Luft zu sehen. Oder man besucht zwischen Mai und August die alljährlich, sehr wenigen ……………. Flugkasten Meisterschaften, da gibt es auch immer wieder mal Hoch,-und Kunstflugtauben für kleines ….besser gesagt….. Preisleistungsmäßig gutes Taubenmaterial.

 

Ist ein Anfänger sich seiner neuen Rasse noch nicht ganz sicher, sollte er versuchen nur an frisch abgesetzte Junge zu kommen. Denn wenn ihm die Tauben oder der Flugstil nicht zusagen, hat er nur den Verlust von den erworbenen Jungen und somit das Geld für Zuchttauben gespart. Was man auch bedenken sollte, gerade für Anfänger, die Verluste die durch Greifvögel entstehen, entstehen können, angeblich soll es Gebiete geben, wo diese Plagegeister angeblich nicht so dicht besiedelt sind. Ha Ha Ha

 

Ich möchte damit sagen, fliege keine Jungen Tauben ein, zwischen September und April. Denn sonst ist der Verlust vorprogrammiert. 

Die Neuein-bzw. Umsteiger, die noch andere Tauben (Rasse oder Brieftauben) haben, für sie gibt es die Möglichkeit Züchter der neuen Flugrasse zu kontaktieren um eve. Eier, die nicht mehr benötigt werden…… zu erwerben. Gerade in der Zeit Ende Juni, Anfang Juli ist die Chance sehr groß ganze Gelege kostenlos oder für ganz kleines Geld zu bekommen. Man muss nur den genauen Lege- Termin absprechen 2 Tage vor oder 2 Tage danach unterlegen ist bei Tauben kein Problem. Bis zum Schlupftemin hat sich der Kropfschleim bei den kommenden Eltern gebildet oder ist noch vorhanden.    

    

Hat man nun Jungtauben erworben, muss ich wissen was sie später am Himmel zeigen können. Denn das allerwichtigste ist die Vorbereitung sprich ihre Handhabung……….. da fast jede Rasse andere Voraussetzungen oder wie soll ich mich ausdrücken Ziele mitbringt.

 

Wichtig für alle Rassen, die Tauben müssen lernen………….. ihr Pfleger, Versorger, er ist der Chef. Auf ihn müssen sie hören, egal wie alt und was für eine Rasse. Auch Vertrauen ist wichtig, das heißt nicht…. dass sie unbedingt zahm werden sollen. Denn es gibt Flugtauben, die sind wie Vollblüter bei den Pferden. Sensibel, hochempfindlich, sehen und hören alles was um sie herum geschieht. Dagegen gibt es Tauben, die sind schon von Geburt an, die reinsten Schmusekatzen.

Wichtig trotzdem sie müssen tun was ihr Halter oder Züchter sich wünscht.

Der Anfang bzw. die Umsetzung der Jungen………sie sollten ihren eigenen Schlag Baby/Jungschlag bekommen, zumindest wäre es von sehr großem Vorteil. .

 

Erleichert die Erziehung, man kann sie besser und genauer füttern, haben mehr Ruhe und letztendlich gewöhnen sie sich nichts Schlechtes oder Falsches von ihren Eltern an, sie können quasi bei null beginnen!

 

Die Größe des Schlages ist dabei nicht ausschlaggebend. Da ist wichtig, jede Taube muss einen Sitzplatz haben. Denn Tauben wollen immer den höchsten Sitzplatz erhaschen. Es müssen also ausreichend Sitzgelegenheiten angeboten werden. Falls das nicht so ist, kann sein, dass die eine oder andere Taube aus dem Schlag abwandert um in einem anderen Schlag heimisch zu werden.

 

Futter und Wasser, Futter da streiten sich heute noch die Götter gerade was Flugtauben angeht, was brauchen sie und wie lange und wie viel. Gerade die fertigen Futtermischungen, da gibt es mittlerweile grenzenlose Angebote.

 

Die meisten Züchter, die ich kenne, kaufen aber einzelne Futterkomponenten noch hinzu um das Gute von der Qualität her zu Gute Futter, zu strecken….verdünnen.  

Denn Zu-Gut und Zu-Viel, sind für den Taubenorganismus nicht gut, nicht gesund….. wie bei uns Menschen eigentlich auch. Sind oder werden die jungen Tauben zu Fett, bekommt man große Schwierigkeiten mit dem Fliegen……. sie in die Luft zu bekommen. Da ist Frust des Halters schon mal vorprogrammiert. Bei Flugtauben ist das Füttern sehr Wichtig. Denn man will sie in der Luft sehen und sie sollen Leistung bringen und nach getaner Arbeit (Flugleistung) recht zügig…..wieder zurück in ihren Schlag gehen, somit ist ein herumsitzen auf Dächern „gerade auf fremden Dächern“ zu unterbinden.

 

Gerade bei Kunstflugtauben aus der Kategorie Sturz-und Drehsturztauben… da ist der Grad  des Verabschiedens (verfliegen) sehr schmal. Viel und zu Gutes Futter und schon kann sein, dass sie sich für immer verabschieden, da sie recht wenig Heimfinde vermögen besitzen.

 

Da sieht es bei den Flugrassen Orientalische Roller, Roller allgemein, Rolltümmler  und Klatschtümmler usw. schon etwas besser aus.

Wenn sie zu viel und zu Gut, ist halt der Gehorsam was dann darunter leidet.

Da ist dann wieder der Ärger mit dem Einspringen oder dem herumsitzen auf Nachbars Dach gegeben.

 

Deswegen trainiert eure Jungtauben von Anfang an egal was, das Einspringen oder das reinlaufen in den Schlag auf ein gewisses Signal….. zu kommen. Und auch wichtig… die Rassen… die gedroppt werden müssen um mehr Leistung aus den Tauben zu kitzeln oder sie nach genügendem Flug herunter zu holen. Oder auch bei Gefahr, eines Angriffes durch die Krallenliga (Wanderfalke, Habicht und Sperber). Fliegt man seine Tauben Zuhause werden eigentlich nur Dropper gebraucht für die Abteilung Sturz-Drehsturztauben. Der Rest kann normalerweise so lange fliegen, wie sie in der Lage sind, oder der Züchter die Zeit hat, den Flug zu genießen.

 

Das Droppen geschieht meist mit Tauben, die sehr Zahm sind und nicht so fliegen wollen. Indische Pfautauben, Arabische Trommeltauben, Altholländische Tümmler, Mischlinge meist in der Farbe „Weiß“.. …………

Auch davon kann man zwei Arten unterscheiden.

 

Und zwar die Dropper, die die Flugtauben etwas näher holen, driften die Flugtauben zu weit ab  dies gilt aber eher fürs Flugkasten Fliegen oder sie werden vom Greif verfolgt und die sogenannten Handdropper.

 

Handdropper, sie züchtet man sich am besten selbst. Sie werden ab Schlupf täglich gestreichelt, angesprochen auf die Hand genommen bis zum Tag X, dem Absetztag. Am besten macht man das in der Zeit der Fütterung. Durch diese Erfahrung die das junge Täubchen macht, wird es automatisch zahm. Das sind täglich nur wenige Sekunden oder Minuten, es wird aber geprägt für sein ganzes Leben.

 

Solche Täubchen können aber auch lästig sein, das sage ich gleich dazu!

 

Diese Jungen angehenden Dropper werden ab dem Tag X nur aus der Hand gefüttert. Denn nur so kann absolutes Vertrauen aufgebaut werden.

 

Das Wort Handdropper kommt aber nicht nur daher, weil es aus der Hand gefüttert wird, sondern weil sie auch nur die Hand des Pflegers anfliegen (sollen)!. Egal wo man geht oder steht es kommt und will immer auf die Hand.

 

 

Der Vorteil so eines Hand-Droppers.

 

Fliegt man zum Beispiel Klatschtümmler (Takla, Andijan, Tadschicken, Usbeken, Krasnodarer usw.) und ist organisiert, kann man sie alle animieren um mehr Leistung, noch mehr Punkte aus den Klatschtümmlern heraus zu kitzeln. Lass ich die Klatschtümmler abgekürzt „KT“ fliegen ohne zu Droppen spulen diese ihr Repertoire ab, so wie sie halt können oder an dem Tag Lust haben.

 

Aber möchte ich die KT richtig trainieren und wissen wozu sie in der Lage sind, muss ich mit den Hand-Droppern arbeiten. Ja arbeiten, nur so ist es möglich die KT zu prüfen und auch die Leistung kontinuierlich etwas steigern.

 

 

Ich bleibe mal beim KT. Im Herkunftsland werden diese Hochleistungsportler meistens oder eigentlich immer mit den Schlaggenossen gedroppt. Oft wird die Taube, die fliegen soll mittels Stock angetippt um allein aus dem herumlaufenden Schwarm auf zufliegen. Da werden keine extra Dropper gehalten oder gebraucht.

 

Zurück zum Hand-Dropper. Habe ich zu meinem Handdropper ein enges Verhältnis aufgebaut, wird er mir später manch unsanften Schups verzeihen! Denn um viele Punkte heraus zu kitzeln lass ich ihn oft… sehr oft von Hand zu Hand fliegen sodass der Klatschtümmler am Himmel immer mehr gereizt wird und er meint er soll zur Landung ansetzen.

 

Aber diese Landung soll er ja nur antäuschen, und je tiefer er kommt umso höher steigt er wieder in Form einer Kerze wieder auf. Kerze ziehen ein fast senkrechtes aufsteigen, hochfliegen unter lautstarkem Flügelschlagen und das wird ab und an gewürzt mit Überschlägen. Je mehr Meter der Klatschtümmler zeigt umso wertvoller die Taube.

 

Das heißt fliegt der oder die KT auf mich zu, zeige ich meinen Dropper und lass ihn wie vor beschrieben von Hand zu Hand oder von Hand zu FK und wieder zurück fliegen. (FK: Flugkasten). Ist der KT tief genug dreh ich mich um und zeig ihm die kalte Schulter. In der Hoffnung der KT zieht die Kerze…. die gewünscht ist.

 

Wenn man so bedenkt die Zeit eines Jungtaubendaseins ist eigentlich recht kurz.

ca. 28 Tage bei den Eltern und danach in den Jungschlag, so man hat. 8-10 Tage später fliegen die meisten Jungtauben schon um die Häuser. Haben sie dann 4-bis 5 Schwingen gewechselt……… sind sie schon im jugendlichen Imponier-Stadium. Da werden den Mädchen schöne Augen gemacht und nicht immer wird geflogen wie der Züchter es sich wünscht.

Imponieren: Flügel stellen und klatschen wie ein großer………….landen und wieder aufliegen………..bei den meisten Flugtaubenzüchter absolut verpönt!

Was in den ersten 28 Lebens-Tagen in Obhut der Eltern wichtig erscheint, die Eltern!

 

Sorgfältig auserwählt, auserkoren für das neue Zuchtjahr. Die Hoffnung in die Neuen…………. jährlich riesengroß. Aber da legt man, nein muss man den Grundstein legen und zwar bei den Eltern. Aber auch während der 28 Tage des groß Werdens.

 

Voraussetzung allen neuen Lebens ist die Gesundheit der Eltern. Die Züchter die sich weniger auskennen oder Anfänger können…. wenn sie unsicher sind 1-2 Tauben vom Tierarzt untersuchen lassen, z. B. einen Kropfabstrich kostet nicht die Welt. Was man auch machen lassen kann eine Kotproben-Untersuchung. Morgens frischer Kot ab in ein Gläschen (luftdicht), die bekommt man meistens beim Tierarzt oder man könnte auch den Kot einschweißen in Folie. Denn nur so ist eine genauere Bestimmung, falls ein Befund vorliegt……… gegeben.

Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen:

 

http://www.flugtaubenverein-niedersachsen.de/gesundheitsvorsorge/

 

Was die 28 Tage des groß Werdens angeht, da sollte man bei den Eltern absolut an nichts sparen. Taubenkuchen, verschiedene Gritsorten, Vitamine, Spurenelemente, saubere Tränken immer frisch Wasser, Licht, Luft und Sonne…

 

Die Auswahl der Verkäufer die nur unser Bestes wollen….. ist riesig!

Ist auch mit Geldmacherei behaftet.

 

Aber die Grundbedürfnisse der Zuchttiere und Jungtauben sollten jedenfalls gewährleistet sein.

 

Sehr gerne erwarte ich von anderen erfahrenen Züchtern Reaktionen, zwecks Verbesserung der Handhabung von vorgenannten Flugrassen, um u.a. auch die eigenen Erfahrungen mit dem Wissen anderer anzureichern, sowie diese dann hiermit auch gleichzeitig für alle interssierten Flugtaubenliebhaber der verschiedensten, auch hier  nicht erwähnten Flugrassen, zugänglich zu machen.
F.L. Juni 2016

Update: 24.06.16

Einen für mich persönlich wichtigen Aspekt möchte ich noch hinzufügen.

 

Und zwar würde mich brennend heiß interessieren, wie ihr eure Jungtauben füttert nach dem absetzen, nach Tag X. Egal ob Hochflug, Tauben wie oder ähnlich meiner Kalotten oder Kunstflugtauben allgemein.

In der Zeit wo ich noch FK geflogen habe wurde bei mir sofort von Zucht-auf Flugfutter und das immer weiter magerer umgestellt. Es gab also absolut keine Erbsen und dergleichen  mehr!

Selbst jetzt wo ich keinen FK mehr fliege füttere ich fast gleich? Ist das aber Richtig?

 

Seit Jahren kämpfe ich mit mir, wegen dieser Futterumstellung. Ich bin also immer am Überlegen.. wäre es ein großer Nachteil, wenn die Jungtauben sagen wir mal im Ersten Flugjahr dieses Zuchtfutter das die Eltern den Jungen mit auf den Weg geben, Nachteile in sich birgen???

Gruß und Gut Flug Fredi


 

Name: Walter Zimmermann

E-Mail: wazimmermann@gmx.de

Nachricht: Denn jeder Züchter hofft ja auf den neuen Jahrgang ….wie ein Winzer auf seinen neuen Jahrgang.


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Moin Fredi,
wieder einmal ein sehr interessanter Artikel von dir, mit vielen guten Erfahrungsberichten und Bildern deiner Tauben. Schade, dass du keine Andijaner mehr hast.

Beste Grüße aus Hamburg
Walter