links mein großer Bruder, die Mädels unsere Cousinen Ursel und Bärbel
links mein großer Bruder, die Mädels unsere Cousinen Ursel und Bärbel

Update:10.06.15

                                                                                                                                          

Was in diese Seite Mensch passt,…… ist noch ein gewaltiger Schuss Nostalgie                                             

Nostalgie ist, wenn man an Zeiten denkt wie es früher mal war oder was man als Kind machen musste und es nicht………….eigentlich gar nicht machen wollte. Man wollte ja lieber herum räubern im ganzen Dorf, war besser als Zuhause Hausaufgaben machen oder der Mutter helfen. Der Vater war ja bis abends bei der Arbeit.

 

Oh halt, gerade fällt mir ein, ich war ja nach der Schule fast nie daheim. Meine Mutter arbeitete zu meiner Kindsanfangszeit, zumindest die ersten Jahre noch bei Siemens. Und ich musste… durfte zu einer Cousine von mir……. die drei höchsten vier Jahre älter war, als ich selbst. Sie hat meine Hausaufgaben überwacht und auf mich aufgepasst, was ihr bestimmt nicht immer gelang!                                                                         

 

Heutzutage hört man sehr oft: Früher ja da war alles viel besser, aber wann war Früher?

 

1700-1800-1900- noch was?

 

Bei einem der nun 70 Jahre jung ist und 55 oder 60 Jahre zurückdenkt, das wäre dann um die Zeit nach Kriegsende gewesen oder darf ich das mit nun 57 Jahren auch schon sagen; Früher war alles ganz anders, aber besser….hmm….. ich persönlich glaube das nicht.  

                                                                                                                               

Aber stimmt das wirklich?

 

Ich glaube darüber ließe sich streiten wie das: wer zuerst da war, das Huhn oder das Ei? 

                                                                                                                                            

Zu der Zeit, Früher, da war unser Klo „Toilette“ noch als Plumpsklo im Hof neben dem Saustall. Papier so wie heute…… zart, weich und mit Geschmack gabs eve. in der Apotheke? Keine Ahnung, bei uns anfangs nicht! Bei uns jedenfalls gab es normales Zeitungspapier in kleine Rechtecke geschnitten. Seife, ja aber nur Kernseife. Beim Forster Opa (Jahrgang 1897) gabs das Wasser noch mitten in der Küche, ein Pumpbrunnen so wie man sie heutzutage noch in den Gärten oder Vorgärten sieht…. Heute eher als Nostalgische Zierde. Heizung ja aber nur in Form von Holzofen oder Ölofen die man mit der Kanne füllen musste, sodass das ganze Haus danach roch.. Einen im sehr kleinen Wohnzimmer, hatten wir überhaupt eins, bin gerade am Überlegen?


Einen Holz-Backofen in der Küche und ein Holz-Ofen im Bad, der für heißes Wasser sorgte. Meistens war samstags Badetag. Und dafür musste man schon recht früh seinen Beitrag leisten in Form von Holz hacken und aufstapeln. Ich glaube mich zu erinnern, dass meine Eltern sogar trotz anfangs dreier, später vier Kinder einen Stock an ein älteres Paar vermietet haben um ihre Schulden abzuzahlen. Auch als sie eingezogen sind waren noch nicht ein Mal alle Wände verputzt. Wer würde heutzutage in so eine Wohnung einziehen?

Na wer?                                                                                                                                             

Unsere Oel- Heizung und WC´s so wie man sie heute kennt, sodass man keine Arbeit mehr damit hatte, das war ein Wärmewohlfühlundbadeahhhhgefühl, die wurden eingebaut, da dürfte ich so 7 oder 8 Jahre alt gewesen sein (1965/66) . .  . 

In jedem Zimmer wurde ein Heizkörper eingebaut und fließend Warmwasser gab es dann auch. Hatte man Geburtstag oder zu Weihnachten gabs immer zumindest in den Anfangsjahren selbstgestricktes. Socken, Schals und eve. sogar Westen, all das was so junge Kinder gerade nicht wollten. .  . Auch Windeln so wie man sie heute kennt, gab es bei uns nicht, ohje selbst die waren gestrickt glaube ich zumindest oder gehäkelt. Sie wurden ausgeschüttelt und immer heiß ausgekocht für den nächsten Gebrauch. 


Kleider und Schuhe gab es auch mal vom großen Bruder zum anziehen. Taschengeld wie heute üblich, Fehlanzeige. Aber an was ich mich sehr gut erinnern kann, an Kerwe (Kirchweih) da gab es jedes Jahr, Geld. Warum weiß ich bis heute nicht, aber an diesem Tag gab es vom Vater ganze 5 DM (Deutsche Mark) für jeden. Das war schöner als jede Weihnachten, denn da gab es ja nur selbstgestricktes?                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

der kleine Bruder Jürgen, rechts meine Schwester Waltraud und ich da war ich so 10 Jahre alt
der kleine Bruder Jürgen, rechts meine Schwester Waltraud und ich da war ich so 10 Jahre alt

Als ich klein war (1958 geb.) musste man mit 4-5 Jahren schon mit auf den Acker oder in den Weinberg. Um diese Zeit…… damals……..war man noch so was wie Selbstversorger… auf dem Lande zumindest. Heutzutage sind es nur noch wenige, die für ihre Küche frisches Gemüse, Kartoffeln, Karotten usw. anbauen oder Tiere halten um das  Mittagsmenü sprich die Palette an Fleischsorten zu erweitern. Schweine und Kaninchenfleisch gabs jede Woche. Stummenten (Warzenenten) und Gänsebraten eigentlich nur zu Martin oder Weihnachten. Rindfleisch oder Zicklein gab es eher selten, ganz selten. Aber um ehrlich zu sein, Essen gab es immer und auch reichlich. An dem fehlte es wirklich nicht.


In der Zeit da hatte fast jeder Haushalt einen kleinen Acker und eve. einen Weinberg oder Apfel/ Birnen oder Zwetschgenbäume. Bäume hatten wir keine, aber einen, später sogar zwei Weinberge (1 mal Müller und 1 mal Ruländer) und einen oder sogar zwei Äcker. Einen Acker für das Kleeheu und einen für Kartoffeln und Rüben. Im Weinberg gab es für uns Kinder immer Arbeit. Der Vater hat immer  beizeiten die Reben für das nächste Jahr geschnitten. Anfangs ließ er zwei Ruten stehen, aber in den letzten Jahren immer nur noch eine Rute um eine bessere Qualität zu erreichen. Diese Holzreben-Abschnitte mussten wir einsammeln und zu großen Reisighaufen aufstapeln und anschließend wurden sie mitten im Weinberg verbrannt. Damals wurden die geernteten Reben bei der Winzer Genossenschaft Wiesloch abgegeben. Meine Eltern mussten viele Monate warten bis da mal das erste Geld kam für die Trauben. Wir selber…. das heißt Vater hat nur sehr wenig von seinem Wein behalten…. für den Eigenbedarf wurde im Spätjahr immer Apfelmost gemacht.

 

In der Zeit da kochte und sprudelte es im Spätjahr nach dem Herbst (Wein-Mosternte) immer in unserem Keller. Da musste ich, wenn ich Most oder Wein raufholen musste immer mit einer brennenden Kerze in der Hand in den Keller gehen. Denn würde die Kerze ausgehen, wäre das ein Zeichen gewesen um nicht in den Keller zu gehen. (Gärung, Gase, Tod) An was ich mich auch noch gut erinnern kann, ich habe als kleiner Stöpsel bei allen Nachbarn, die großen Holzfässer (Wein, Most) gereinigt. Denn als Knirps war ich klein und schlank genau richtig um in die Öffnungen der Fässer zu schlüpfen. Als Bezahlung gab es grundsätzlich Kaugummi`s in Hülle und Fülle. Komisch, dass man sich an solche alten Kamellen noch erinnert?                                                     

 

Dann wurde noch Kleeheu und Rüben angebaut für die Schweine und Kaninchen. Ein oder meistens zwei Ferkel wurden großgezogen, eins wurde verkauft um etwas Geld zu verdienen und das andere Schwein wurde für den eigenen Verbrauch geschlachtet. Nebenan war die Mistgrube und die Urin-Jauche-Grube, denn da war in unserer Ortschaft noch nicht kanalisiert. Als die eingebaut wurde, das war ein riesenspaß für uns Kinder. Denn wir konnten damals als Zwerge aufrecht durch die Betonkanalrohre laufen und Verstecken spielen. Auch an den Straßen wurden dann Rinnenplatten, Kontrollschächte und Gulis eingebaut. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass wir damals auch noch keine eigene Gefriertruhe hatten. Aber man konnte in dieser Zeit eine halbe Kühltruhe mieten, wer damals der Vermieter war, daran kann ich mich nicht erinnern. Was ich aber noch weiß im gleichen Haus musste ich auch fast täglich frische Milch kaufen. Wie oft lag da das Geld für die Milch >in der Kanne< in der Milch. Die Hausmacher Wurst wurde entweder in Büchsen oder in Därme abgefüllt. Diese wiederum dann geräuchert wurden um sie haltbar zu machen.                                                                                                    

mein Elternhaus indem ich 1958 geboren und bestimmt 50 Jahre darin gewohnt habe, nun hat es meine Tochter, Enkelin und mein Schwiegersohn
mein Elternhaus indem ich 1958 geboren und bestimmt 50 Jahre darin gewohnt habe, nun hat es meine Tochter, Enkelin und mein Schwiegersohn

In meinem Eltern/ Geburtshaus waren alle Dachbalken mit kleinen L-Nägelchen versehen. Da hingen sie früher, was für eine Pracht. Leberwürstchen, Griebenwurst und Schwartenmagen. Auch an einen großen Schrank im Speicher der mit Draht umspannt war, in dem die frisch geräucherten  Würste hingen kann ich mich noch gut entsinnen. Wenn mein Vater noch etwas Rindfleisch und Fett dazu bekam wurden auch noch Krakauer hergestellt, die dann auch da oben hingen. Lecker…. was da alles unterm Balken hing. Kaninchen und Hühner gab’s natürlich bei uns auch immer.

 

Die Kaninchen das war das Metier meiner Mutter. Nur Kleinsilber in Gelb hat sie gezüchtet. In manchen Jahren bis zu 100 Stück. In den Anfangsjahren durften sonntags erst der Vater und Mutter Fleisch nehmen erst danach wir kleinen, der Rest der Kaninchen wurde verkauft um die Haushaltskasse etwas aufzufüllen. Anfangs zu dritt, aber später waren ja vier Kinder-Mäuler zu stopfen. Hühner, wurden immer die Legehybriden gehalten. Die wurden von Vater gefüttert. Denn er wusste ganz genau was die bzw. wie viel Futter die brauchten um fast täglich ein Ei zu legen, gerade das bekommt heute nicht jeder Halter hin. .


Sie bekamen nur so viel Futter und Grit wies unbedingt braucht um täglich ein Ei zu produzieren. Was bei diesen Hühner fehlte war der Bruttrieb.

Ich kann mich nicht entsinnen jemals davon eine Henne gesehen zu haben die Gluckig wurde. Jedoch bei unserem einen Nachbarn der schräg gegenüber, der hatte jedes Jahr in seinem Saustall eine Glucke die so um die 10 bis zu 15 Junge Küken ausgebrütet hat. Oh wie oft war ich da.. aber nicht nur um nach den Küken zu sehen, nein da wurden auch aus dem Eimer frisch gekochte Kartoffeln, die aber für die Wuz (Schwein) bestimmt waren, gegessen. Ohh hat das geschmeckt, ein Traum.                                                                                                                 

Fredi, vorne links kniend
Fredi, vorne links kniend

Mit Tauben kam ich in den ersten Jahren auch… aber leider nur sehr wenig in Berührung. Das viel mir aber erst später wieder ein. Denn am Schuppen/ Schopf waren zwei abgesägte Reste/ Eisenteilchen an der Außenwand noch zu sehen. Da schauten früher zwei richtige starke Eisenbalken heraus. Irgendwann…. es muss aber eigentlich gleich nachdem der Haus und Schuppenbau abgeschlossen war gewesen sein, denn da hatte Vater einen , heute würde man Kleinstschlag sagen gebaut der auf den Eisenbalken stand in dem weiße Indische Pfautauben brüteten. 


Was mich darin faszinierte waren glänzende Eier die schon länger bebrütet waren und der Geruch von allem? Wie viele Jahre die da waren daran kann ich mich nicht erinnern, aber da sie ständig beim Nachbarn auf seinem Dach saßen…. bestimmt nicht lange. Der Nachbar Wilfried selbst hatte bestimmt nichts dagegen….. aber dem seine Frau….. da gefror sogar heißes Wasser im übertragenen Sinne. Ohje was habe ich diese Frau gehasst, wie viele Fußbälle, wenn wir mal wirklich welche hatten, hat sie wenn sie bei ihr im Hof gelandet sind einfach zerschnitten und wieder zu uns rüber geschmissen.  Zu meinen eigenen ersten Tauben kam ich dann durch Zufall über einen Schulfreund im Alter von 12 Jahren.                                                                                                                                                                                                            In den letzten Jahren habe ich viele Erlebnisse und Erfahrungen nachgemacht oder besser gesagt….. nachgeahmt. Warum auch immer, ich denke irgendwann macht so was wie eine Überarbeitung seiner Kindheit, seiner Erlebnisse durch und versucht durch seine eigene Erfahrungen dann das erlebte irgendwann nachzuahmen/nachspielen?    

     

Zum Beispiel habe ich mal Schnaps brennen lassen. Äpfel gesammelt, klein raspeln lassen in Fässer abgefüllt und nach Beendigung der Gärung dann brennen lassen zu Schnaps. Das gleiche mit Wein und Most. Auch habe ich einen Sägekurs mitgemacht um ein Mal im Leben einen riesen Baum zu Fällen. Auch das hat geklappt. Extra ein Hako gekauft und mit den eigenen Kindern spazieren zu fahren und auch es zu benutzen um den Garten zu bearbeiten. Auch habe ich (und das sogar zwei Mal) ein Schwein gekauft, habe es schlachten lassen, die Nachbarsleute zum Wellfleischessen eingeladen und der Rest wurde zerlegt oder zu Wurst gemacht, genau wie Früher!                                                                                                                                                             

Heu selbstgemacht, wie früher auf Holzböcke aufgesetzt
Heu selbstgemacht, wie früher auf Holzböcke aufgesetzt

Auch Heu habe ich schon gemacht. Auch die Zucht oder Haltung von Tieren: Pferd, Hund, Huhn, Enten, Tauben, Puter (Truthahn) und Kaninchen. Ich denke ich habe kein Tier ausgelassen. Hab ich nun alles aufgezeigt? Da kann man Mal sehen, wie man in frühen Jahren eigentlich von seinen Eltern geprägt wird oder geprägt geworden ist. Ob man es will oder nicht, es steckt in jedem etwas noch drinnen. Ich denke auch das Ganze hat nichts mit Erbanlagen zu tun. Einfach das oft wiederholte und immer wieder gemachte in sich bewusst oder unbewusst aufgenommen, aufgesaugt. Kinder die in einem anderen Haushalt aufwachsen, zum Beispiel ein Elternhaus in dem Musik spielen Vorrang hat, deren Kinder bestimmt Musik machen in dem sie gefördert werden Instrumente spielen zu lernen.                                                                                                                                                         

 

Ist bei den Menschen die bei Vater und Mutter (vielleicht auch noch mit Opa und Oma) aufwachsen schon so eine Art Weg ein Lebensweg vorgegeben/ vorgezeichnet, Schule, Ausbildung einfach rundum das ganze Leben?  Vielleicht?

Juni 15                                                                                                                                                                

Fredi Liebgott

  

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Nachricht: Hallo Fredi,
dein Bericht erinnert mich sehr stark an meine eigene Kindheit, auch wir hatten eine sehr ähnliche Lebensweise. Mit dem Wandel der Zeit und all den Neuerungen ging/geht diese Art verloren. Daher ist es für mich immer wieder schön, beim Lesen solcher Berichte, in Erinnerungen zu schwelgen.
Du hast wirklich eine ganz tolle Seite erstellt, die ich immer wieder gerne besuche.
Grüße
Manfred


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Name: Peter Pernau

E-Mail: taubenfreund61@web.de

Nachricht: Hallo Fredi

Das ist ein super Beitrag ganz ganz toll. Da kommen richtig Kindheitserinnerungen auf.

Bis auf das das meine Eltern bei VEB (Volkseigene Betriebe) gearbeitet haben.
So jetzt muss ich erst mal an den Kühlschrank von den vielen Wurstsorten habe ich Hunger bekommen.

Bei uns Zuhause wurde bis zur Wende (deutsche Einheit) jedes Jahr ein Schwein gehalten und geschlachtet.

Mit freundlichen Grüßen Peter


Bild: Rolf Richter
Bild: Rolf Richter

Update: 03.06.15

Mensch

Liebe Leser meiner neuen Home Page, heute kommt mal nichts über meine Tiere! Wenn ihr meine Zeilen gelesen habt….danach könnt ihr von mir denken was ihr wollt. Ob ihr von mir Positiv oder negativ denkt bleibt euch selbst überlassen. Wie heißt es so schön: Gedanken sind Frei oder heißt es Gedanken beflügeln? 

 

Heute möchte ich mich ein Mal für die Gästebuch Einträge bedanken. Gerade der letzte Eintrag von Rolf Richter, gerade bei ihm möchte ich mich ganz besonders bedanken. Denn viele User eigentlich fast alle User denke ich zumindest wissen nicht was er in den letzten Wochen erlebt hat; Tag und auch bei Nacht! Er hat wie viele andere Menschen tagtäglich auch……… eine OP hinter sich gebracht. . . Rolf ich hoffe du hast alles gut überstanden und kannst dein Leben so weiterleben….. wie bisher, ich wünsche es dir deiner Frau und Familie von ganzem Herzen.   Das wünsche ich aber auch all den anderen Menschen auch, die so was Gravierendes erlebt und hinter sich gebracht haben.

Gerade ich weiß wovon ich spreche. Denn am Freitag hat meine Enkelin Zoè auch eine ganz schwere OP hinter sich bringen müssen. Kurzzeitig war sie sogar auf der Intensiv, ich kann euch sagen, da geht einem der Arsch ganz schön auf Grundeis. Nun ist sie wieder auf der normalen Station und auf dem Wege der Besserung.

Bild: Rolf Richter
Bild: Rolf Richter

Außerhalb einer Familie, da hört man das eine oder andere von solchen Gegebenheiten, das hört man und geht seinen Alltag weiter. Aber ist man innerhalb der Familie betroffen, geht der Puls bzw. der Blutdruck doppelt so hoch und die Angst macht sich breit. . Gedanken über Gedanken, egal ob bei Tag oder bei Nacht, wie oft wacht man da auf und grübelt und grübelt.. . Da wirken Sekunden und Minuten wie Stunden.

 

Als ich diese Zeilen geschrieben habe, spielte unsere Heimmannschaft der KSC gegen den HSV. Und der Moderator sagte gerade, der Keeper Dirk Orlishausen des KSC hat vor einem Jahr mitgeteilt bekommen, dass er Hodenkrebs hat.

 

Und im Internet habe ich heute gelesen, dass Guido Westerwelle sich von seiner Krebserkrankung leicht erholt hat und in der Aachener Soers zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit gezeigt hat.

 

Dann habe ich auch noch am gleichen Tag von einem Arbeitskollegen gehört, dass er operiert wird und man weiß nicht wie sein Leben weiter geht. Dann gestern von einem anderen Arbeitskollegen mit dem ich jede Woche zu tun hatte, auch er hat eine schwerwiegende Diagnose und das genau 7 Monate vor seinem wohlverdienten Ruhestand erhalten.   

 

Was muss in einem Vorgehen, wenn man solche Diagnosen gesagt bekommt? Jahrelang geht man täglich zur Arbeit, versucht sein bestes zu bringen, gründet eine Familie, baut vielleicht ein Haus oder baut sich eine Existenz auf……..hat jahrelang Schulden und dann kommt so wie geschrieben eine schwerwiegende Diagnose. Keine Angst ich habe heute keinen Melancholischen, bin auch nicht krank, aber man muss doch nur in seine Familie oder erweiterte Familie hinein hören und man trifft auf solche Gegebenheiten wie ich sie oben beschrieben habe. An dieser Stelle hätte ich noch mehr Leser/ User Bekannte einfügen können, aber ich denke ihr wisst nun was mich bewegt.

 

In letzter Zeit haben viele Menschen gestreikt, unter anderem auch bei uns das Krankenhaus- Personal. Bei uns nur mal als Beispiel die Hebammen und Krankenschwestern streiken für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Stell dir mal vor, deine Frau bekommt Wehen und es ist soweit um einem Kind das Leben zu schenken und wirst am Krankenhaus abgewiesen weil kein Personal anwesend ist. Heute Streik!!!!!

 

 

Alles wäre so schön, wenn es nicht so.

Schwanger, kein Zug fährt und die Große kann nicht in die Kita

Die Schwangerschaft alleine ist ja schon Stress genug. Dass man im Bruchsaler Krankenhaus nun nicht am Nachmittag entbinden kann, ist halt so. Darauf kann man sich doch einstellen, gell. Blöd nur, dass ausgerechnet jetzt die Große, 4 Jahre 3 Monate, zuhause bleiben muss, weil die Kita streikt. Naja, dann kann Papa ja auf sie aufpassen und man fährt eben mit der Bahn zur Entbindung. Wenn die jetzt bloß nicht streikt.

 

 

 

Gerade kommt im Radio, in Heidelberg ging dem OP Personal das saubere, sterile Operationsbesteck aus und musste sich von Karlsruhe etwas ausleihen. Arme Welt

 

Wenn man unter 50 Jahre ist, nimmt man vieles noch leicht, leichter, aber ist man mal über 50 Jahre dann sind viele Geschehnisse schon fast vorprogrammiert. Da zwickt es hinten und vorn oder oben und unten. Jeder kann nun selbst überlegen wo es bei ihm zwickt, aber nur die, die „Ü 50“.

 

Gut ist, dass niemand weiß was auf einen Zukommt…………. egal ob Arm oder Reich!

 

Eins habe ich persönlich in den letzten Jahren gelernt, so wie man auf andere Menschen zu geht – positiv -  freundlich – offen - auch mal zuhören - trösten oder auch mal Danke sagen - wenns gerade passt - das ist die Würze des Lebens und das gewisse Extra und eventuell auch Gesundheit-förderlich im Leben.

 

So das musste mal raus, jetzt könnt ihr euch`s Maul über mich zerreißen, wenn ich falsch liege?

euer Fredi

 


Songtext zu Herbert Grönemeyer

 

Mensch 

Momentan ist richtig - momentan ist gut - nichts ist wirklich wichtig - nach der Ebbe kommt die Flut

Am Strand des Lebens - ohne Grund ohne Verstand - ist nichts vergebens - ich bau die Träume auf den Sand

Und es ist es ist ok - alles auf dem Weg - und es ist Sonnenzeit - unbeschwert und frei

Und der Mensch heißt Mensch - weil er vergisst - weil er verdrängt - und weil er schwärmt und stählt

Weil er wärmt, wenn er erzählt - und weil er lacht - weil er lebt - du fehlst

Das Firmament hat geöffnet - wolkenlos und ozeanblau - Telefon, Gas, Elektrik - unbezahlt und das geht auch

Teil mit mir deinen Frieden - wenn auch nur geborgt - ich will nicht deine Liebe - ich wi
ll nur dein Wort

Und es ist.. E
s ist ok - alles auf dem Weg - und es ist Sonnenzeit - ungetrübt und leicht

Und der Mensch heißt Mensch - weil er irrt und weil er kämpft - und weil er hofft und liebt -                                    

 

weil er mitfühlt und vergibt - Und weil er lacht - und weil er lebt - Du fehlst

Oh, weil er lacht - weil er lebt - Du fehlst

Es ist… es ist ok - alles auf dem Weg - und es ist Sonnenzeit - ungetrübt und leicht

Und der Mensch heißt Mensch - weil er vergisst - weil er verdrängt - und weil er schwärmt und glaubt -

sich anlehnt und vertraut - Und weil er lacht - und weil er lebt - du fehlst

Oh, es ist schon ok - es tut gleichmäßig weh - es ist Sonnenzeit - ohne Plan - ohne Geleit

Und der Mensch heißt Mensch - weil er erinnert - weil er kämpft - und weil er hofft und liebt –

 

weil er mitfühlt und vergibt - und weil er lacht - und weil er lebt - Du fehlst

Oh, weil er lacht - weil er lebt - Du fehlst

     

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Name: Peter Pernau

E-Mail: taubenfreund61@web.de

Nachricht: Hallo Fredi
Das sind sehr bewegende Zeilen und es stimmt das in dieser schnelllebigen Gesellschaft vieles untergeht. Viele Menschen sind sich nur noch selbst am nächsten. Heute kann sich glücklich schätzen wer noch Freunde hat, es müssen nicht viele sein aber eben die richtigen.Unser bester Freund sagt immer geteiltes Leid ist halbes Leid und wir sind froh das es Ihn gibt! Und ich weiß wovon ich schreibe. Denn das letzte Jahr, war das schlimmste was wir in unseren fast 28 Jahren Ehe durch gemacht haben. Da war die Krebsdiagnose von meiner Frau vor 4 und die meinige vor nun schon fast 7 Jahren fast schon ein Witz.
Fredi für Deine Enkelin und für Deine Familie wünschen Dir Simone und Peter viel Kraft und alles Gute.
Wir bleiben in Kontakt die Harzer.



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Name: Brunhild Schmid

E-Mail: brunhild@schmid-mookee.de

Nachricht: Hallo Fredi,
mit deinen Zeilen hast du voll ins Schwarze getroffen! Ich finde es auch mutig, dies mal so niederzuschreiben.         

Hut ab!
Mit einer Diagnose, die man meist so zwischen Tür und Angel bekommt, zu leben, ist nicht einfach.
Und was der taubenfreund61 schreibt, stimmt - Jeder ist sich (oftmals) selbst der Nächste - traurig aber wahr.

Es wäre einfach gut, wenn man dem Gegenüber mal zuhört und nicht immer gleich sagt, meine Krankheit ist schlimmer als deine (das ist nur mal meine Meinung).

Freundlichkeit und ein offenes Ohr ist für jeden eine Wohltat.

Ich wünsche euch ALLEN - Gesundheit und alles Gute für die Zukunft.
Liebe Grüße
Brunhild

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Name: Rolf Amend

E-Mail: boddle.senior@web.de

Nachricht: Servus Fredi

Ich habe deine Zeilen aufmerksam durchgelesen. In Wirklichkeit sogar zweimal.
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Wenn man deine Zeilen gelesen hat
wird man im ersten Moment etwas nachdenklicher. Wahrscheinlich aber nur bis
der Alltagsstress wieder Oberhand nimmt, denn dann fällt man wieder in den alten Trott
den du ja mit Familie gründen usw. ganz gut beschrieben hast. Was ich über Streiks
in Krankenhäusern, Sauberkeit und Bakterien denke, möchte ich erst gar nicht schreiben .
Ich freue mich jedenfalls, dass ich dich kennengelernt habe und wünsche dir und deiner
Familie, besonders deiner Enkelin, alles Gute und viel Gesundheit .

Gruß Rolf



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