Der stille Dialog mit Helmut

 

   
von Rolf Richter   
   
Rori
Rori
Helmut
Helmut
Helmut
Helmut

und die tieferen Gedanken über die Taubenzucht im allgemeinen zwischen Rori und Helmut, die bis vor einiger Zeit ihren täglichen Dialog über den Taubensport, dem Vereinsleben, sowie deren  Auswirkungen für die Zukunft führten.

                                                                              

Leider waren diese Dialoge doch sehr einseitig, denn es gab nicht immer ausgesprochen verbal verständliche Antworten, dazu später mehr, jedoch zu den Dialogen auf Vereinsversammlungen, die Rori ja regelmäßig besuchte, waren die Antworten von Helmut dann doch nicht mehr so fremd.  

                              

 

Rori ist Mitglied von drei Taubenvereinen, wovon sich zwei in Deutschland und ein Verein in den Niederlanden seiner seit 22 Jahren Heimat, befinden. Schon aus diesem Grunde immer Themen genug um die Meinungen auszuwechseln bzw. über neue Ideen zu diskutieren, z.B. wie kann man den eigenen Taubenverein noch zugänglicher und geselliger machen u.s.w., sofern dieses überhaupt möglich ist.

 

Helmut
Helmut

Nun noch kurz zu Helmut, um deutlich und verständlich zu machen wo es hier eigentlich inhaltlich um geht und um zu hoffen das die ein und andere Situation von dieser Geschichte begriffen wird und so aufgenommen wird wie sie auch gemeint ist.

 

Helmut ist geboren in Hamburg, so wie Rori übrigens auch, hier haben sich auch beide kennengelernt und somit entstand eine länger andauernde Bindung, die aus gewissen Umständen wegen einem Umzug von Helmut im Dezember 2015 leider endete. Allerdings macht der PC es doch noch möglich so an und wann voneinander zu hören oder zu sehen, dieses ist doch auch wieder ein Vorteil der modernen Technik.

Helmut
Helmut

Wieder einmal geht Rori eines Morgens zu Helmut um doch seinen Unmut wieder loszuwerden, in der Hoffnung ihn auch wieder verlassen zu können mit einer zufriedenstellenden Antwort. Die Frage  lautete, stell dir vor du befindest dich auf einer Versammlung deines Vereines und bist am genießen von den verschiedensten Dingen die hier vorgetragen wurden.

 

In der Regel zu Beginn der Versammlung die Vorstandsangelegenheiten, vorgetragen durch den/die Vorsitzende (n) bzw. durch entsprechende andere Vorstandsmitglieder. Hiernach schließt sich eine Lesung/Vortrag oder ähnliches natürlich über Tauben an und abschließend meistens erfolgt noch die allgemeine Umfrage.

 

Nun die Frage von Rori an Helmut, was denkst du davon wenn du feststellst das mehrere Gruppen der anwesenden Mitglieder während der Versammlung ihre eigene Versammlung halten, absolut nicht zuhören und sich desinteressiert u.a. auch noch mit den verschiedensten elektronischen Gerätschaften beschäftigen. Jedoch bei der allgemeinen Umfrage sind es gerade diese Mitglieder, die mit Fragen, selbst Unterstellungen bzw. mit anderen Unruhe erzeugenden Geschichten, ein bis dahin gut funktionierendes Sozialsystem des Vereines völlig durcheinander bringen können, sich selber aber absolut keiner Schuld bewußt sind. Hätte man sich auf die entsprechende Themen konzentriert wären möglicherweise diese vorgenannten Probleme nicht entstanden.

 

Helmut gab Rori im Prinzip mit dieser Darstellung recht, nur leider, wie schon so oft, war die Reaktion nur erkennbar durch ein ständig wiederholendes Kopfnicken, mit einer handfesten verbalen Äußerung hatte Helmut wirklich seine Probleme, allerdings sind sie auch nicht immer erforderlich, wenn die Chemie beider Beteiligter stimmt.

 


Rori merkte auch noch an... dass sich diese Versammlungs-Vorbilder ja auch in aller Öffentlichkeit abspielen, nehme einmal eine Regierungsdebatte im Bundestag oder der einzelnen Bundesländer: Anzahl der anwesenden = Mangelhaft, sichtbares Interesse der Abgeorneten für den Außenstehenden (z.B. bei den Fernsehübertragungen) = Mangelhaft.   Gebrauch anderer Kommunikationsmittel während der Debatten = Sehr gut. Auch hier wieder das zustimmende Nicken von Helmut, nun jedoch mit einem auffällig und bedenklich unruhigen äußeren Erscheinungsbild. Dieses alles, so Rori, muß doch Anlaß zum nachdenken geben, Taubenliebhaber die sich dermaßen auf Versammlungen verhalten wissen scheinbar nicht was hier als Folgeerscheinungen angerichtet wird, zumal die Mitgliederzahlen der heutigen Altersstruktur in den Vereinen ja nicht so besonders rosig aussieht und ein Verein mit zu wenig Mitgliedern rechnet sich einfach nicht mehr in der heutigen kommerziell veränderten Zeit. Aus diesem Grunde versuchte Rori es doch noch einmal, auf einem anderen Wege, es den schweigenden Helmut doch verständlich zu machen.

 

Rori erklärte Helmut das verschwinden einer Taubenart, wo niemand glaubte das sie nicht mehr vorkommen sollte, es handelte sich um die Wandertaube / Ectopistes migratorius (in NL= Trekduif of Trekduiven). Nun hat die Wandertaube ja absolut nichts mit den heutigen Taubenzüchtern oder gar den Taubenvereinen zu tun, nein das nicht, jedoch mit dem verschwinden von in einer wildlebenden Taubenart, wo niemand, auch keiner der damaligen Wissenschaftler, ernsthaft an glaubte.

 

Es handelte sich um die Ausrottung / Aussterben dieser wilden Tauberasse, die neben den Bison zum Symbol für den Raubbau der Natur geworden ist. Die letzte wildlebende Wandertaube wurde 1900 abgeschossen und ist noch heute ausgestopft zu besichtigen in einem Museum in Columbia (Ohio). Diese Tauben zogen in Stückzahlen von Milliarden durch Nordamerika von unvorstellbaren bis ca. 400  km Länge und  ca. 20 km Breite. Das totale verschwinden dieser Wildtaube dauerte insgesamt nur 30 Jahre.

 

Helmut kam sichtlich aus dem staunen nicht mehr heraus, doch offensichtlich steigerte er sich mehr und mehr in eine Art von Ratlosigkeit, denn wie sollte man dieses wohl nur vergleichen können mit dem Verhalten eines oder auch mehrerer auffallender Taubenzüchter oder sogar deren Institutionen, so als Vereine / Verbände ?

 

Rori merkte es wird stets schwieriger mit Helmut diesbezüglich diesen Dialog weiterzuführen, denn Helmut und selbst Rori würden den Zeitgedanken, von sagen wir einmal 30 Jahre voraus, doch nicht mehr erleben, denn das Alter von beiden würde man heute vorsichtig ausgedrückt als fortgeschritten bezeichnen. Die vorausdenkenden jüngeren aktiven Taubenzüchtern wäre allerdings gut angeraten sich einmal ernsthaft auseinanderzusetzten mit den Erhaltungsgedanken des Hobby’s “Taubenzucht/ sport”, in welcher Form auch immer, anzufreunden und dieses nicht mehr zu lang vorauszuschieben um sich hier einmal mit zu beschäftigen.

 

Unter der Betrachtung der Tatsache von dem veränderten Freizeitverhalten sowie Interessen der jüngeren Generationen müßten eigentlich die Alarmglocken schlagen.

Helmut mußte nun wirklich eine größere Pause machen, denn das ständige nachdenken über irgendwelche Probleme anderer war nun einfach zuviel und doch merkte Helmut es war noch nicht alles was Rori noch eben in den schon weit fortgeschrittenen Dialog einbringen wollte. Helmut hatte recht und ergab sich, um nicht unter der bisherigen langen Freundschaft eine negative Umkehr zu erzeugen, es ging noch einmal um die einzelnen Mitglieder in den vielen unterschiedlichen Taubenvereinen bzw. Organisationen.

 

Rori nun mehr feststellend und nicht mehr fragend gerichtet an Helmut, es ist eigentlich verwunderlich mit wieviel Elan, trotz aller Widersprüchlichkeiten, sich doch noch so viele Taubenfreunde uneigennützig für die Vorstandsarbeit in den Vereinen und Organisatioen begeistern können und hier dann auch u.a. ihre Freizeit opfern, nicht nur für sich selbst, nein in der Hauptsache natürlich für die anderen, die in aller Regel weit weg vom Wissen der unterschiedlichsten Vorstandstätigkeiten profitieren und es vielfach nicht einmal merken.

 

Und noch eines, als allerletztes an die Adresse einiger Vorstandsmitglieder die einiges anders sehen oder auch einiges  völlig übersehen, diese sollten auch nicht unerwähnt bleiben.

Alle Vereine leben von und für ihre Mitglieder, jedoch eines wiederholt sich ständig und überall, es gibt die aktiven – sowie die passiven Mitglieder, wobei anzumerken ist, nicht jedes aktives Mitglied, muß auch automatisch immer im Vorstand sitzen, sondern vielfach in aller Bescheidenheit und oft im nicht sichtbaren Hintergrund allerlei Arbeiten für die Vereine unterstützend verrichtet, die sehr häufig nicht immer mit dem entsprechenden Respekt und Lob honoriert werden, zumal wenn es im Einzelfall auch um Kosten aus eigener Tasche gemacht geht, die dann unmerklich der Allgemeinheit zu Gute kommen !

 

Hiermit ist nun auch das unwiderrufliche Ende am Dialog mit Helmut gekommen, denn Helmut hat aufgegeben und ist nach allen dieser vielen Dialoge sofort wieder in seine Brutzelle verschwunden.                                                 

Fredi und Rolf
Fredi und Rolf

 

 

 

Helmut hat Rori auch inzwischen leider verlassen müssen, er ist umgezogen und wohnt nun bei Fredi Liebgott. Die vielen Dialoge spielten sich also mit dem Hamburger Fliegekalotten Täuber “Helmut” ab der im Frühjahr 2008 bei Helmut Hüller in Hamburg das Licht der Welt erblickte.

Helmut Hüller
Helmut Hüller

 

 

Dieser Dialog sollte auf keinen Fall den Eindruck von Provokation erwecken, sondern vielmehr als eine Art von vereinsinternen Impuls gedeutet werden, der unserem vielfältigen Tauben - Hobby auch nach “Außen” hin, d.h. Richtung Taubenlaien, ein doch mehr positives Image verleihen könnte !

Nachdruck, auch nur auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors

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