Taubenreise ins Land der Tulpen und Tauben/ Duiven

Wann beginnt eigentlich eine Tauben-Reise?

Manchmal findet sie ganz spontan statt, manchmal ist sie gut überlegt und organisiert. Oft aber findet sie zuerst mal virtuell in den Gedanken statt. Über das Internet kann man heutzutage fast  mit jedem Menschen Kontakt aufnehmen, falls das Gegenüber auch vernetzt ist. Selbst verschiedene Sprachen sind heutzutage kein Hindernis mehr. Denn bei den meisten Suchmaschinen kann man sich per Übersetzer mit fast allen Menschen austauschen.

 

Gerade, wenn man ein ganz besonderes Hobby hat wie wir…..…..> Tauben

Weltweit eins der aller schönsten Hobby´s, die es überhaupt gibt, egal welche Ausrichtung auch immer, Hoch-Kunst-Dauerflug usw... Nur sehr oft schade, dass bestimmte Organisationen durch Unwissenheit und falschem Ehrgeiz/ Tierschutz uns Taubenzüchter, das Leben schwer machen. Das aber nur am Rande. Seit vielen Jahren habe ich Kontakt zu vielen Taubenzüchtern im In-und nahegelegenem Ausland. Ich habe an anderer Stelle ja schon darüber geschrieben. Sich mit anderen Züchtern auszutauschen…..ist so etwas wie das Quäntchen Salz in der Suppe.  Stellt dir mal ne Suppe ohne Salz vor? Igitt.

 

Oft bleibt es nicht nur beim schriftlichen und telefonischen Austausch, nein; auch Tauben werden Vorort getauscht, gekauft und verkauft. Hat man das Glück so wie ich es schon viele Jahre es handhabe, möchte von mir jemand Tauben haben… bekommt er sie geschenkt, wenn sich mir das gegenüber sympathisch gibt/ erscheint/ oder letztendlich ist. Diese Geschenke können oftmals mit Gegengeschenken verknüpft sein oder werden. Oft werden Bilder…. natürlich Taubenbilder ins Netz gestellt, da könnte man schon mal Schwach werden und Kontakt zum jeweiligen Züchter aufnehmen. So ging es auch mir mit Bildern von Hamburger Fliegekalotten von Rolf Richter.

 

Rolf Richter und ich wir hatten in den letzten Jahren per Mail immer wieder mal Kontakt. Rolf immer freundlich, sehr hilfsbereit und auch dankbar. Seit einiger Zeit, eigentlich seit ich diese Home Page angefangen habe wurde unser Mailkontakt etwas mehr und auch persönlicher. Man tauschte sich auch mal mit privaten Bildern und auch mit privaten Problemen, wenn sie es gab…… aus.

 

Was seine Tauben angeht habe ich alles von ihm geschriebene…. regelrecht verschlungen und durfte seine Erfahrungsberichte seiner Taubenrassen hier in dieser HP veröffentlichen. . Vielen, vielen Dank Rolf.

 

Egal ob es seine Kopenhagener Elstern, seine Hamburger Fliegekalotten oder seine von ihm heißgeliebten Reisewiener, die er in den nächsten Jahren bestimmt versuchen will, wieder bekannter und auch an interessierte Jauker abgeben und verbreiten will. Rolf`s angenehme Art mit Menschen umzugehen kommt nicht von ungefähr.

 

Wie heißt es so schön:

 

wer Tiere liebt- liebt auch Menschen

 

Das kann ich bei Rolf ganz fett unterstreichen. Rolf lebt zwar in den Niederlanden mit einer, seiner ganz tollen Frau Christa zusammen im Steenwijkerland, aber was viele von ihm nicht wissen, er wurde in Deutschland nahe an der sündigsten Meile geboren und hat auch seine Jugend da verbracht.

 

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins, la, la, la, la, la.

 

Die Köhlbrandtreppe direkt zum Fischmarkt zwei Minuten von unserer Wohnung entfernt.

Dieses ist Helmut Helmut Hüller, rechts, 2008 in Hamburg aufgenommen.


 

Auch der Fischmarkt war nicht weit, das prägte sozusagen sein ganzes Leben. Es war das Jahr 1951 wo Rolf (gerade mal 7 Jahre alt) mit seinen Eltern sowie seinen beiden jüngeren Brüdern Peter und Klaus umzogen von Hamburg – Bergedorf nach Hamburg  - Altona. Es waren die unmittelbaren Jahre nach dem Kriege und der Wiederaufbau  war überall zu sehen und in jeglicher Form auch zu erfahren.

Rolf Richter 16 Jahre alt mit einer Trainingstaube für meine  Kopenhagener Elstern Reisewiener Mix Reisewiener x Brieftaube
Rolf Richter 16 Jahre alt mit einer Trainingstaube für seine Kopenhagener Elstern Reisewiener Mix Reisewiener x Brieftaube
Bruder Peter 14 Jahre alt mit gleicher Taube am gleichen Tag
Bruder Peter 14 Jahre alt mit gleicher Taube am gleichen Tag

                                                                              


Da war sehr oft Improvisieren angesagt. Das schlimme an Rolf, er wurde recht schnell Krank. Doch ja Krank und zwar bekam er einen ganz schlimmen Virus, den Taubenvirus. So ungefähr mit 7 Jahren hat es ihn dann vollends gepackt. Ohne gefiederte Freunde wollte er nu nich mehr leben. Egal was Federn hatte… versuchte klein Rolf ran zu kommen und heimlich leise hoch zu schmuggeln auf den elterlichen Dachboden. Heimlich.. natürlich ohne Wissen der Eltern wurde alles auf den Dachboden geschafft….. was er gerade so bezahlen konnte.

 

Anfangs sogar Ziervögel und auch mal Kaninchen, aber halt die hatten ja keine Federn, also wurden die wieder mit kleinem Gewinn….. verkauft. Seine ersten Taubenboxen wurden aus gebrauchtem  Fischkistenholz und Bananenkisten, mit ganz wenigem, sogar gefundenem Werkzeug zusammen gebastelt. Recht früh musste klein Rolf lernen, ohne Fleiß kein Geld! Das prägte ihn für sein ganzes Leben. Anfangs besetzte er sie mit Wiener Hochflieger, Kopenhagener Elstern und Hamburger Fliegekalotten seine selbstgebastelten Kleinst-Schläge.

 

In diesem Haus begann alles, Balkon unten rechts war unsere Wohnung. Oben auf dem Dach die erste Unterbringung der ersten beiden Reisewiener. Die Häuser hatte man erst später verklinkert und noch später auch mit einem neuen Dach versehen. Früher waren die Häuser nur außen mit Rauputz versehen der nach jedem Winter wieder löste.

Vorderseite des Hauses - HH - Altona Sägemühlenstraße 5 

Die Foto's der Sägemühlenstrasse wurden alle erst in 2010 gemacht,


 

Genau wie heute noch selbst nach 65 Jahren Taubenvirus. Ein treuer Helfer in dieser schweren Anfangszeit, seiner kleinerer Bruder Peter. Es kam für Rolf die Zeit, da wurde aus klein Rolf…. ein junger, strebsamer, ehrgeiziger junger Mann der auch auf seinen eigenen Füßen stehen wollte und dafür auch die Verantwortung getragen hat.  Er wurde nach und nach Ewerführer, machte das Maschinisten patent sowie bekam er ein Radarzeugnis und ein UKW Funksprechzeugnis ( Seefunk ) bis hin wurde er letztendlich zum eigenverantwortlichen Schiffsführer.

 

Nebenher hatte Rolf aber immer wieder, wenn es ging,….. gefiederte Freunde.

Ein Mal Sucht- immer Sucht.

 

Zwischendurch wurde auch mal Brieftaubensport ausgeführt. Ich möchte aber Rolfs Leben hier nicht ablichten. Denn man könnte, nein Rolf könnte bestimmt seine Memoiren an einen Buchverlag verkaufen. Denn seine Lebensgeschichte: Kindheit, Tauben, Berufe, Frau, Kinder, Erfahrungen, Lebensweisheiten …….all seine Erlebnisse die er im Laufe seines nun fast 72-jährigen Leben gemacht hat, würde ein riesen Buch/ Bestseller füllen.

Nun Zurück zum eigentlichen Thema, zuvor aber noch eins und zwar Rolfs Hobbys. Eines der vielen ist wie ich auch schon bei einigen anderen Taubenzüchtern sehen durfte…. Bonsai pflegen. Seine Sammlung ist zwar noch nicht so groß wie die von Ralf Schmid aus Langenbeutingen, aber immerhin ist er auf dem besten Weg dahin. Selbst Rosen züchtet Rolf selbst. Weitere Hobbys sind malen, je nach Verfassung oder persönlicher Stimmung lässt er sich treiben, es ist dann egal ob in Öl oder Kohle und die Themen sind dann auch recht unterschiedlich.

 

Ein weiteres Hobby ist fotografieren und lust but not least: schreiben. Gerade Menschen wie Rolf mit so viel Wissen, Erfahrungen oder Gelerntes zu Papier bringen ist für uns alle…… fast unbezahlbar. Sein/ unser aller liebstes Hobby, das ihn sein ganzes Leben begleitet hat sind natürlich die Duiven, die Tauben. In Rolfs früherer Heimat, Hamburg-Altona gab es auf dem Fischmarkt, den er sehr oft besucht hat, fast alle Rassen und Farben zu erwerben.

Auch mit Hamburger Jageklappen, die man heute nur noch von Bildern her kennt, konnte Rolf noch in seiner aktiven Zeit nutzen. Denn von Ende der 60-er  Jahre bis einschließlich Anfang der 70-er Jahre flog Rolf noch mit einem Taubenpartner zusammen mit Reisewienern von einer Jageklappe aus. Diese gehörte dessen Schwiegervater, den er jedoch auch kannte. Beide nahmen aus beruflichen Gründen nicht mehr an Wettflügen teil. Auch hier ging es damals nicht ohne Mithilfe seines Bruders, Peter.  

 

 

Hamburger Fliegekalotten: So kam es dann, dass ich bei Rolf nachfragte ob ich eve. einige Fliege-Kalotten haben könnte. Recht schnell hatte ich eine Zusage von Rolf und sogleich wurde auch ein Termin für die Abholung ausgemacht. Samstag den 12. Dezember 2015 sollte unser großer Tag/ unser Zusammentreffen sein. Einen Menschen per Internet kennen zu lernen und ihn dann irgendwann sogar zu besuchen, ein Höhepunkt.

 

 

Meist fragt man sich, ist mein Gegenüber so wie er sich in den vielen Mails zuvor gegeben hat, oder ist er in Wirklichkeit ganz anders. Was auch noch ein wichtiger Punkt ist, die Entfernung. Für mich aus Baden Württemberg nach Steenwijk in den Niederlanden zu Rolf Richter waren es 534 Kilometer….. ein Weg. Dafür musste ich mir extra ein neues Navigationsgerät kaufen, denn mein altes wusste den Weg nicht…. nach den Nederlandse.

Meine Reise ins Tulpenland begann Samstagmorgen um 6.oo Uhr. Von 6.oo Uhr bis 8.oo Uhr war es noch stockdunkel, aber ab da wurde es immer heller und viel angenehmer auf der Autobahn. Die Strecke durchgehend geradeaus gehende Autobahnen mit nur wenigen Schleifen. Ohne Stau und ohne Unfälle zu sehen kam ich zur Mittagszeit in Steenwijk an. Gerade recht zum Mittagessen.

 

Wozu ich natürlich gleich eingeladen wurde. Rolfs Frau Christa zauberte einen heißen, gut riechenden und sehr wohlschmeckenden Kartoffel/ Gemüsetopf auf den Mittagstisch. Vorher durfte ich aber meine große Neugierde befriedigen und seine Tauben (meine Zukünftigen) Taubenschläge und seine Bonsaisammlung  begutachten. Ganz tolle Reisewiener, Kopenhagener Elstern und die von mir gewollten Hamburger Fliegkalotten gab es zu sehen.

Alle kraftstrotzend, gesund und eine wahre Augenweide ließen meine Augen erhellen. Vorbei die Müdigkeit vom langen Auto fahren. Ahh, welch ein Kleinod haben Christa und Rolf inmitten einer für uns die allseits bekannten roten Backstein-Reihenhäuser der Niederlande. Da sie das Eckgrundstück bewohnen, konnte er seinen Gartentraum sogar noch um einige Quadratmeter vergrößern. Eine wunderschöne gepflegte Idylle, ideal um seine Hobbys geruhsam auszuführen.

 

Da ich so einen weiten Weg nach Steenwijk hatte… als Nicht-Gern-Autofahrer haben sie mir eine Übernachtung angeboten, die ich mit Dank annahm. Es wurde ein sehr angenehmer Aufenthalt bei Christa und Rolf, viel angeregter Austausch über Tauben, aber nicht nur. Denn man merkte recht schnell, dass wir uns doch sehr in vielem ähneln, in allem was so im ganzen Leben vorkommt bis hin zu den geliebten Enkelkindern. .

 

Sonntagmorgen gab es auf meinen Wunsch hin recht früh Frühstück. Lecker, danke noch Mal ein knuddel… liebe Christa. Da ich auf der Heimreise noch den Zuchtfreund Thomas Schmitz in Köln Elstorf besuchen wollte, packte mir Rolf anschließend meine neue Rasse, die Hamburger Fliegekalotten in meinen mitgebrachten  doppelstöckigen 12-er Transportkorb ein. Leider.. aber zu meinem Glück, reichte der nicht ganz. Somit musste ich die Zwischenwände raus nehmen und alle Tauben lose einsetzen. Denn zu meinem Erstaunen durften 14 Hamburger Fliegekalotten, in verschiedenen Farben, die Heimreise nach Forst/ Baden Württemberg mit antreten.

 

Gut ausgeruht und frisch getankt startete ich nach einem ganz großen Knuddel und Dankeschön an Christa und Rolf Richter aus Steenwijk die Heimreise an.

Danke Christa und Rolf für die ganz tollen Stunden bei euch im Steenwijkerland.

 

Ganz kurz noch zu Thomas Schmitz in Köln Elsdorf.

Thomas kenne ich schon über viele Jahre. Gesehen haben wir uns zum ersten Mal bei einem Gruppentreffen, das Uwe Seeger in Spaichingen ausrichtete. Er hat mich auch schon in Forst besucht und damals habe ich einen Gegenbesuch versprochen, den ich nun einhalten konnte. Damals gab ich ihm einige Altösterreichische Kiebitze Blau/ Schwarz mit, die er mit viel Geduld und Spucke wieder ans fliegen bekam. Thomas mit Frau Melanie und drei Jungs 2,5, 5 und 10 Jahre alt, bewohnen ein etwas älteres Haus, in dem noch einiges an Arbeit anliegt. Aber so wie man Thomas kennt, ist das Ruck Zuck getan. Seine Tauben/ Taubenschläge durfte ich auch bewundern. Bewundern im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Zuerst durfte ich sein Futter begutachten und dann die Tauben in die Hand nehmen. Rassen hat Thomas und seine Frau Melanie: Tilttauben, Groninger Slenken, Kölner Tümmler, Arabische Trommeltauben, Altösterreichische Kiebitze, Wiener Hochflugtauben-teils Originale, die kurz zuvor aus dem Heimatland Wien/ Österreich importiert wurden, Gulijs, Mövchen, Kölner Hochflieger, die nur er noch hat von einem betagten, echt kölscher Jung und lust but not least, die, seine >Königsklasse< die Wammen. Teilweise Originale noch aus Adana. Sein ältester.. eine weißer Vogel mittlerweile gut betucht im Alter von 23 Jahren, der immer noch sehr gut befruchtet.

           

....................................................Wiener Hochflugtauben Original-Import aus Wien/ Österreich...........................................................
....................................................Wiener Hochflugtauben Original-Import aus Wien/ Österreich...........................................................

Ich hoffe keine Rasse vergessen zu haben, aber das Material das ich da sehen und begutachten durfte ist meines Erachtens, momentan das Beste was ich persönlich kenne. Natürlich wie das so ist, ging auch da ein Körbchen voll Tauben mit auf die Heimreise nach Forst. Danke Thomas. Was ich dieses mal wieder versprochen habe und auch einhalten werde, wenn über Elsdorf der >Himmel< verdunkelt wird mit jungen Wiener Hochflugtauben komme ich wieder zurück um mal einen Tag lang mit Sonnenbrille bewaffnet auf der Liege, die einzelnen Stiche am Himmel zu bewundern. Sonntagabend so gegen 17.30 Uhr ging meine Taubenreise, überglücklich, müde aber doch sehr dankbar den Freunden Christa, Rolf, Thomas, Melanie und den drei Jungs für die ganz tollen Stunden die ich bei euch verbringen durfte. Danke   

So Freunde, das war mein Bericht Taubenreise ins Land der Tulpen und Tauben/ Duiven

Dezember 2015

Fredi Liebgott

 

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