Wiener Hochflugtauben

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1 Das fliegen mit Wiener Hochflieger.pdf
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2 Der letzte Altmeister-Wiener Hochflieg
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3 Der Wiener Röserlscheck - ein Mauerblü
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4 Faszination Wiener Hochflugtauben.pdf
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5 Gedachelte-Wilde-Kandelblaue.pdf
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6 Johann Schloßnickel ein Jauker aus Tra
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7 Kiebitz+1.pdf
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8 Kiebitz+2.pdf
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10 Taube mit herrlichem Flugspiel.pdf
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11 Walzer tanzen.pdf
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12 WH, eine österreichische Sporttaube m
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13 Wiener Hochflieger im Frühjahr.pdf
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14 Wiener Hochflieger mit langer Traditi
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15 Wiener Hochflieger,Doping und Fütteru
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16 WH Krombach.pdf
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Flugstil-Geflügelzeitung-9_13.pdf
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Taube mit herrlichem Flugspiel.pdf
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Quelle: Geflügel Börse

Quelle: Geflügel Zeitung

Quelle: ÖKZ

Quelle: Steirisches Landesverbands Journal

Quelle: Die Rassetaube (VDT)

 

Hochflug Taubensport,

 

in einem alten Büchlein, das dieses Jahr seinen 80.ten Geburtstag feiert, habe ich ein Vorwort gelesen, das in heutiger Zeit noch seine Gültigkeit hat. Ich finde dieses Vorwort selbst heute 2019 noch zutreffend.

 

Taubenzüchter sind seelenvolle Menschen, die Herz und Sinn für die Natur haben. Stundenlang können sie beisammen sein und sich von nichts anderem, als dem Taubensport unterhalten.

 

Genau wie das Malen zum Beispiel ein angeborenes Talent, eine angeborene Neigung oder Leidenschaft ist, genau so ist es mit der Taubenzucht. Wem die Liebe zur Taube nicht angeboren ist, der kommt bald wieder davon ab, wem sie aber innewohnt, den lässt sie nie wieder los. Wir Taubenzüchter sind anderseits mit dieser Neigung ganz zufrieden, denn uns ist die Taubenzucht genau dasselbe, was den anderen Menschen z. B. das Kartenspiel oder Kegel schieben, Gartenliebhaberei oder Auto fahren, nur dass unsere Taubenzucht billiger ist, weil ein jeder sich so schön nach der Decke strecken kann und sich nicht mehr Tauben zu halten braucht, als ihm sein Taschengeld erlaubt. 6 Tauben bereiten genau so viel Vergnügen wie 60 Stück. Dem Taubenzüchter ist die Taubenzucht nicht nur die tägliche geistige Erholung, sondern sie bietet ihm auch sehr viel Lehrreiches und öffnet ihm ein Feld ungeahnter Experimentierungsversuche, Möglichkeiten der Farbzusammenstellung und Kreuzung am Tier selbst.

 

Der geborene Taubenzüchter hat demgemäß auch einen gewissen Blick für die Feinheiten der Taube in Figur, Zeichnung und Paarung, alles Punkte, die dem Laien entgehen, wenn er eine Taube vor sich hat. Was Wunder dann, wenn die Taubenliebhaberei eher zu= als abnimmt! Hat in früheren Jahrhunderten, der deutsche Züchter seine Taube vielleicht des Nutzens wegen gehalten, sie später auf Farben gezüchtet und auf dem Hof zur Zierde gehalten, so ist sie im letzten Jahrhundert auch zum Jagesport herangezogen und gezüchtet worden. Jedenfalls lassen sich aus alten Hamburger Bildern schon die Jageklappen, wie sie heute noch ausschließlich zum Jagesport benutzt werden, nachweisen, woraus hervorgeht, dass unsere Ahnen schon um 1800 herum den Jagesport eifrig betrieben. Dieser Taubenjagesport wirkte sich dahin aus, dass bei vielen der Taubenbesitzer langsam der Wunsch aufkam, die Jageflucht so zu halten, dass sie kräftiger als die des Nachbarn war und eben durch die bessere Körper-Konstitution bessere Flugleistungen hervor brachte. Allmählich wird man dann an dem guten und hohen Fliegen der einzelnen Jagetrupps Gefallen gefunden und später die Tauben verpaart haben, dass man nur gute Flieger und Stämme hatte, die ausschließlich zur Ausübung des Hochflugsportes zu gebrauchen waren und auch gebraucht wurden. Viele Städte werden sich mit der Zucht der hochfliegenden Taube befasst haben, denn sonst wären die verschiedenen Hochflugtaubenrassen, wie Danziger, Stralsunder, Braunschweiger, Hannoveraner, Bremer, Kasseler, Prager usw., nicht nach ihnen benannt.

 

Auf jeden Fall haben die Sportskollegen in Wien einen Hochflieger heraus gezüchtet, der heute die verbreiteste Hochflugtaube ist. Es ist bedauerlich, dass die anderen schönen Deutschen Hochflugtaubenrassen ihrer eigentlichen Bestimmung ziemlich entzogen worden sind und in vielen Fällen nur noch für die Ausstellung gezüchtet werden. Die deutschen Hochflugtaubenrassen sind eben in Zeichnung, Figur usw. so schön, dass sie gern als Volierentauben gehalten werden. Hoffen wir, dass sich auch für diese edlen Hochflieger wieder Anhänger finden, die Lust und Zeit zum Jagen der Tiere haben; denn das Erbe der Väter müssen wir erhalten. Wer jedoch einmal dem Hochflugsport verfallen ist, der kommt nicht so leicht wieder davon ab, auch wenn die Verluste beim Ausüben des Sportes durch das Abdrehen der Stiche oft groß sind. Diese Verluste werden freilich immer leicht ausgeglichen, weil die Hochflugtaube sehr gut züchtet. Und andernorts drehen nur gut fliegende Tauben ab, schlechte Flieger können nicht verloren gehen, weil sie sich in der Nähe des Daches aufhalten.

 

Wer nur einmal dem Hochflugtaubensport beiwohnt, der bekommt einen Begriff von der Liebe des Züchters zur Sache und versteht seine ganze Einstellung zur Hochflugtaube und deren Verwendung. Ganz nach Gewohnheit, des morgens, mittags oder abends, geht der Züchter in den Taubenschlag, der auf dem Boden oder zu ebener Erde angelegt ist. Der Stall fällt durch seine Helle und Sauberkeit auf. Man hört von den Hochfliegern nicht viel, denn sie sind an sich sehr ruhig. Man merkt aber eine gewisse Unruhe bei den Tieren, die wissen, jetzt ist der Herr da und jetzt geht das Fliegen los!

 

Ist der Schlag geöffnet und der Züchter treibt die Tauben hinaus, dann bleibt kaum ein Tier auf dem Nest oder im Stall sitzen, sondern alles stürmt hinaus. Bald ist der Schwarm in der Luft gesammelt, und in kurzen Spiralen dreht die ganze Flucht hoch. Einige Minuten und sie steht in Flimmerhöhe, dann geht es noch höher, die Flucht geht in Oberluft oder Preishöhe, da bleibt sie eine Stunde, manchmal auch länger. In scharfen Schwenkungen, dreimal links, dreimal rechts geht es hin und her, dann kommen die Tiere niedriger, sie kommen in Kirchturmhöhe und drehen über dem Schlag und im nächsten Augenblick drehen sie wieder hoch und sind wieder kaum zu sehen. Kommt ein fremder Vogel oder ein Flugzeug, so wird dem entgegengeflogen um ihm zur rechten Zeit aus dem Weg zu fliegen. Nach einer Stunde oder nach zweien, ganz wie es der Flucht eingewöhnt wurde, setzt sich der ganze Schwarm wieder auf den Schlag um nach einigen Minuten im Stall zu verschwinden. Dort werden die Tiere dann gefüttert und der Sport ist für diesen Tag erledigt um am nächsten Tag zur selben Stunde wiederholt zu werden. Der Besitzer aber hat seine Befriedigung und Erholung gefunden, denn er war ja einige Stunden losgelöst von den Nöten dieser Welt und ist jetzt gestärkt an Geist und Nerven um den Kampf ums Dasein wieder aufzunehmen.

 

Es liegt auf der Hand, dass die Tauben durch dieses pünktliche Fliegen und Füttern sowie durch die gute Wartung Kraft, Fliegelust und Mut bekommen und dass sie in den Flugleistungen, genau wie der Mensch beim Training, immer größer, immer besser werden, bis dann die Zeit der Preisflüge kommt, die gewöhnlich im Spätsommer nach der Zucht abgehalten werden; dann zeigt sich welcher Trupp am besten gepflegt, gewartet und eintrainiert ist. Der Preis, der geholt wird, ist nach Geldes Wert gemessen nicht so wertvoll für den Züchter wie die Gewissheit, seine Flucht, sein Jagestich war der Freuden, Erwartungen und Hoffnungen.

 

Die folgenden Ausführungen sind das A und O des ganzen Hochflugtaubensportes. Und wenn dabei die Wiener Hochflugtaube öfter als Beispiel und besonders angeführt wurde, dann nur deshalb, weil der „Wiener“ heute der verbreiteste Hochflieger ist. Im Übrigen kann man diese Ausführungen allgemein auf alle Hochflugtaubenrassen anwenden.

Friedrich Althof, Hamburg 6 1939